09.04.2019, 08:00 Uhr

Warnung bei Jubiläum der Europa-Union Das wäre dann der Brexit hoch fünf

Zwei überzeugte Europäer im Gespräch: EU-Kreisvorsitzender Walter Göbl (li.) und Staatsminister a.D. Reinhold Bocklet. (Foto: Europa-Union)Zwei überzeugte Europäer im Gespräch: EU-Kreisvorsitzender Walter Göbl (li.) und Staatsminister a.D. Reinhold Bocklet. (Foto: Europa-Union)

„Herzenseuropäer“ unter sich. Der Mühldorfer Kreisverband der Europa-Union feierte jüngst im Haberkasten sein 40. Jubiläum. Fazit: In Zeiten, in denen Europa Gefahren von außen und von innen drohen, ist der europäische Gedanke wichtiger denn je. Alle Redner betonten die Bedeutung der Europawahl am 26. Mai und riefen zur Wahl proeuropäischer Parteien auf.

MÜHLDORF Kreisvorsitzender Walter Göbl prägte in seiner Begrüßung den Begriff „Herzenseuropäer“ für die zahlreich erschienenen Mitglieder. Deren Engagement sei wichtig, denn derzeit drohen Europa und damit Bayern sowohl Gefahren von außen als auch von innen. Der einzelne Nationalstaat könne nicht mit den Supermächten China, USA und Russland konkurrieren. Rechtspopulistische Parteien in Deutschland wollen, so Göbl, aus der EU austreten. Das wäre dann der Brexit hoch fünf.

Das erste Grußwort gebührte der Bürgermeisterin der Stadt Mühldorf Marianne Zollner als Tochter des Gründers und ersten Kreisvorsitzenden der Europa Union Valentin Dasch. Sie zitierte aus einem von ihrem Vater 1979 verfassten Artikel: „Das Zusammenwachsen der europäischen Völker sichert Frieden und Wohlstand, brachte bisher unbekannte Vorteile“.

MdL Staatsminister a.D. Marcel Huber erinnerte an die selbstverständlichen Dinge wie Sicherheit, Wohlstand, Freiheit und Frieden.

Magister Josef Saiger, der Generalkonsul der Republik Österreich bedankte sich bei den Mitgliedern der Europa Union, die es nicht immer einfach hätten, für die gemeinsamen europäischen Ziele zu werben.

Der Festredner des Abends, Staatsminister a.D. Reinhold Bocklet, der vor 40 Jahren dem ersten gewählten Europäischen Parlament angehörte, ging auf die Demokratisierung Europas ein. Die starke Stellung des Europäischen Parlaments seit dem Lissabon-Vertrag vom 1.12.2009 sei vielen Bürger/innen noch nicht hinreichend bekannt. Bocklet: „Europa, und damit Bayern und Deutschland haben die Zukunft, die wir uns geben.“ Es sei viel erreicht worden wie die gemeinsame Währung, die Reisefreiheit, der europäische Binnenmarkt. Derzeit betreibe die EU weltweite Wirtschaftspolitik auf Augenhöhe. An die 120 Gäste im Saal appellierte der Redner: „Bleiben Sie der Europa und dem europäischen Gedanken treu.“

Es folgte die Ehrung der beiden noch lebenden Gründungsmitglieder Christine und Hans Matschi. Walter Göbl hob das langjährige Wirken von Frau Matschi als Kreisvorsitzende der Europa-Union hervor. Zum Schluss spielten die Ornautaler Musikanten unter der Leitung von Getrauf Gaigl die Europahymne. Dazu sangen die Gäste die 1. Strophe der Ode an die Freude. Gründ zur Freude hatte der Kreisverband der Europa-Union. 10 Gäste traten der Europa- Union spontan neu bei.


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