03.08.2018, 10:00 Uhr

Rauchende Köpfe im Einsatzraum Katastrophenschutzübung im Landratsamt Mühldorf

(Foto: Landratsamt Mühldorf)(Foto: Landratsamt Mühldorf)

Übungsalarm im Landratsamt Mühldorf a. Inn: Seit Beginn der Hitzeperiode in Europa mit zunächst erfreulich hochsommerlichen Temperaturen stiegen in den vergangenen Tagen die Temperaturen auf Tageshöchstwerte um die 40 Grad Celsius an und verharren seitdem auf diesem Niveau.

MÜHLDORF Nachts sinken die Temperaturen kaum unter 26 Grad, der letzte nennenswerte Niederschlag war Ende Mai. Dieses Szenario führte bereits mehrere Male in Europa zu lang anhaltenden Hitzeperioden mit entsprechenden Auswirkungen in allen Lebensbereichen. Die Bevölkerung nimmt die anhaltende Hitze überwiegend als Belastung wahr. Die hitzebedingten Erkrankungen und Unfälle nehmen stark zu, die Arbeitsleistung in allen Bereichen nimmt ab, die Stromversorgung ist instabil, zeitweise Stromausfälle häufen sich, aufgrund von Straßenschäden werden die Geschwindigkeiten auf Bundesautobahnen reduziert bzw. Streckenabschnitte gesperrt. Die Trinkwasserversorgung ist grenzwertig und zu Zeiten der Höchsttemperaturen erliegt das öffentliche Leben völlig.

Schließlich fallen im Landkreis alle nicht durch Ersatzstrom versorgten elektrischen Geräte aus. Das Licht, soweit eingeschaltet, erlischt. Eine Überprüfung der Stromversorgung vor Ort ergibt, dass die Ursache nicht im Landkreis zu verorten ist, es herrscht ein großflächiger Stromausfall. Zudem ist die Waldbrandgefahr sehr hoch und es besteht jederzeit die Gefahr, dass weitere Meldungen bei der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt ankommen.

Aufgrund dieser fiktiven Gefahrenlage trat am 18.07.18 und 19.07.2018 die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landkreises zusammen und beübte zunächst einen flächendeckenden Stromausfall in Süddeutschland mit all seinen Konsequenzen und Herausforderungen.

Zu dieser Übung kamen Mitarbeiter des Landratsamtes zusammen und übten in einer Stabsrahmenübung den Ernstfall. Dabei wurden Lagekarten gefertigt, Pressemeldungen abgesetzt, Schulen und Behörden evakuiert, Busse angefordert usw. Unterstützt wurden die Mitarbeiter des Landratsamtes von Einsatzkräften der Polizei, der Bundeswehr, des BRK, des THW und der Kreisbrandinspektion.

Verschiedene Szenarien wurden realitätsnah beübt. Insgesamt waren an der Übung an beiden Tagen jeweils 35 Mitarbeiter im Einsatz. „Die Übung hat trotz der hohen Temperaturen und einem hohen Stresslevel gut funktioniert und alle Einsatzkräfte haben fast wie ein Räderwerk zusammengewirkt. Dadurch wurde in vielen fällen eine schnelle, besonnene und zielstrebige Reaktion möglich. Es wurde auch deutlich, wo noch Verbesserungsbedarf besteht und welche Strukturen noch effizienter ineinander greifen müssen. Der Einsatz der Kolleginnen und Kollegen – auch wenn es eine Übung war – war vorbildlich“, lobt Patrick Schumann, Leiter der FüGK des Landkreises Mühldorf a. Inn.

Es zeigt sich, dass das geübte Szenario einen besonders aktuellen Bezug hat. Aufgrund der derzeit anhaltend heißen Wetterlage geben wir nachfolgende Hinweise an die Bevölkerung um Gefahren möglichst im Vorfeld zu vermeiden: 

Das Landratsamt Mühldorf a. Inn bittet daher die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises, bei den hohen Temperaturen auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten und offenes Feuer, vor allem in Waldnähe, zu vermeiden. Auch Zigaretten sollten nicht achtlos weggeworfen werden, eine Brandgefahr lauert vielerorts.


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