06.06.2018, 12:25 Uhr

Weidinger kämpfen um ihre Jobs Protestlauf im Laborkittel

(Foto: alexmaster/123rf.com)(Foto: alexmaster/123rf.com)

Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) werden sich beim Mettenheimer Alleelauf am Sonntag, 10. Juni 2018, gut zwei Dutzend Läuferinnen aus dem Nestlé-Labor in Weiding im Laborkittel auf die Strecke begeben

METTENHEIM Die NGG bezeichnet dies als Protest gegen die „toxische Konzernpolitik“ von Nestlé, wie es auch in der folgenden Pressemitteilung der Gewerkschaft heißt:

Der Mettenheimer Alleelauf wird zu einem Protestlauf. Wenn am kommenden Sonntag gut zwei Dutzend Läuferinnen aus dem Nestlé-Labor in Weiding mit an den Start gehen, dann kämpfen sie allerdings nicht um Medaillen bei der Siegerehrung oder um einen bayerischen Titel. Für die Labor-Profis geht es um mehr: um ihre Jobs. Und die Nestlé-Läuferinnen werden dabei ins Auge stechen: Sie wollen im weißen Laborkittel an den Start gehen – angefeuert von ihren Weidinger Kollegen aus dem Nestlé Labors NQAC. Auf den Kitteln eine klare Botschaft an die Nestlé-Konzernführung: „Wir kämpfen gegen die Schließung!“

„Das Nestlé-Laborteam rennt – im wahrsten Sinne des Wortes – um sein berufliches Überleben“, sagt Manuel Halbmeier von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Zusammen mit dem Weidinger Betriebsrat kämpft die Gewerkschaft dafür, das Labor und alle Jobs in Weiding zu erhalten. Vorausgegangen war die Ankündigung der Konzernführung, Nestlé Labors NQAC zum Jahresende komplett schließen zu wollen.

„Aber nicht mit uns“, sagt NGG-Sekretär Manuel Halbmeier. Belegschaft und Betriebsrat seien zum „Marathonlauf gegen die Konzernleitung“ bereit. „Das sind 85 motivierte, engagierte und fitte Beschäftigte, die einen langen Atem haben, wenn es darum geht, zu kämpfen. Tagsüber setzen sie ihr Know-how im Labor gegen Toxine und Schwermetalle ein. Da werden sie den Kampf gegen eine toxische Konzernpolitik allemal aufnehmen“, ist sich NGG-Sekretär Halbmeier sicher. Er kündigt an, der Alleelauf sei „der Beginn einer kreativen und energischen Gegenwehr gegen die Nestlé-Pläne zur Laborschließung“.

Die Gewerkschaft fordert den kompletten Erhalt des Labors und aller Jobs. „Das Labor ist ausgelastet. Es macht sogar Überstunden – und schreibt ganz offensichtlich schwarze Zahlen“, so Halbmeier. Es sei ganz und gar nicht nachvollziehbar, warum Nestlé sich vom funktionierenden Weidinger Labor und dessen Kompetenzteam trennen wolle. Zwischenzeitlich habe sich auch der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch (SPD) als Vermittler eingeschaltet. NGG und Betriebsrat unterstützten Knoblauch dabei, eine Lösung für den Erhalt des Weidinger Labors zu finden. Der Landtagsabgeordnete habe sich bereits für die Arbeitsplätze im Hochwald-Werk in Weiding stark gemacht. „Günther Knoblauch hat prima Kontakte, ein gutes Verhandlungsgespür und den festen Willen, den Beschäftigten in Weiding zu helfen“, sagt NGG-Sekretär Halbmeier.

Ziel sei es, mit Knoblauch das zu schaffen, was der Nestlé-Konzernführung monatelang nicht gelungen sei: Die Übernahme des Labors mit allen Beschäftigten durch einen soliden Betreiber, der keine Abstriche bei Lohn und Sozialleistungen mache. „Gelingt das, dann sind wir am Ziel. Und wenn das ein Langstrecken- oder sogar ein Marathonlauf wird: Dafür kämpfen wir – Beschäftigte, Betriebsrat und NGG“, sagt Manuel Halbmeier.


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