19.03.2018, 09:00 Uhr

Ein Prozent wirtschaftlich genutzt IHK gegen Flächen-Obergrenze

(Foto: IHK)(Foto: IHK)

Der Landkreis Mühldorf ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik.

MÜHLDORF Wie Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf erklärt, waren Ende 2016 fast 90 Prozent der Fläche Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich ein Prozent wurde von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, stellt Obermeier-Osl fest.

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nut-zungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet die Unternehmerin aus Schwindegg. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz in der Flächennutzung in Form vom Verdichtungen und der Revitalisierung von Brachflächen.

Die Kommunen fordert Obermeier-Osl zu einer besseren Zusammenarbeit auf. „Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon“, so die Unternehmerin. In der gewerblichen Nutzung sollten unter an-derem auch interkommunale Gewerbegebiete mehr als bisher in Betracht gezogen werden. „Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere 31 Städte und Gemeinden im Landkreis auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und Anforder-ungen der lokalen Unternehmen eingehen können“, fordert die IHK-Vizepräsidentin.

Eine wichtige Botschaft hat Obermeier-Osl auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger bewusst in die Irre. „ Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, hat sich der Anteil von Gewerbe- und Industrie an der Gebietsfläche im Landkreis Mühldorf zwischen 2011 und 2015 um lediglich 0,1 Punkte erhöht. Gleichzeitig hat die Bruttowertschöpfung seit 2010 um 16 Prozent zugelegt.


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