22.02.2018, 17:15 Uhr

Zankapfel Waldbad Jetzt hatten die Waldkraiburger das Wort


Am Mittwoch, 21. Februar 2018, um 19 Uhr, fand im großen Saal im Haus der Kultur in Waldkraiburg die Bürgerversammlung zur Zukunft des Waldbads statt

WALDKRAIBURG Die Waldkraiburger Bürger wurden im Vorfeld per Flyer, über die Presse und auch online über die Veranstaltung informiert. Entsprechend groß war das Interesse und im großen Saal 1 war beim Start um kurz nach 19 Uhr kein Platz mehr unbesetzt. Bürgermeister Robert Pötzsch begrüßte die interessierten Bürger und bedankte sich neben der regen Teilnahme auch für das rege Feedback der vergangenen Wochen, das er über Briefe, E-Mails oder via Facebook zur Perspektive des Waldbads erhalten hatte. Als fachliche Unterstützung standen ihm Herr Krautloher vom Planungsbüro und Herr Lechner in seiner Funktion als Geschäftsführer der Stadtwerke Waldkraiburg zu Seite.

In einem kurzen Einstieg vermittelte Pötzsch seine Haltung und unterstrich seine Mission, den Haushalt Waldkraiburgs in den nächsten Jahren zu konsolidieren. Er betonte weiterhin seinen Willen, das Projekt Waldbad in einem Zug abzuschließen und keine Flickschusterei zu betreiben. Anhand konkreter Zahlen zum laufenden Defizit und bisher erfolgloser, kleinerer Sanierungsmaßnahmen am Waldbad erläuterte er die Notwendigkeit, jetzt zu reagieren und die Kosten langfristig einzudämmen. Ziel müsse sein, auch den anderen Verpflichtungen, wie der Sanierung von Schulen, Kindergärten oder Horten nachzukommen. Der Bürgermeister stellte erneut die drei möglichen Varianten – Voll- oder Teilsanierung am bisherigen Standort sowie Neubau auf einer Fläche zwischen Waldkraiburg und Aschau – vor und zeigte die jeweiligen Vor- und Nachteile aus seiner Sicht auf. Dabei betonte er besonders die kurz- beziehungsweise langfristigen Vorteile einer interkommunalen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Aschau, deren Bürgermeister Alois Salzeder ebenfalls im Saal anwesend war. Diese Kooperation solle genauso lang halten, wie das Bad, nämlich mindestens 40 bis 50 Jahre.

Im Anschluss wurde das Wort an die Bürger übergeben. Dabei wurden Anfragen per E-Mail an die jeweiligen Ansprechpartner gerichtet. Bürgermeister Pötzsch wurde mehrmals mit der Frage konfrontiert, ob er wirklich alle Möglichkeiten, das Bad am bisherigen Standort zu erhalten, in seine Überlegungen einbezogen hätte und ob es nicht doch Finanzierungsmodelle über Sponsoring oder Preiserhöhungen geben könne.

Herr Krautloher vom Ingenieur- und Planungsbüro argumentierte gegen einen Erhalt des Standorts mit den hohen Kosten durch die weitläufige Bauweise und der großen Wasserfläche. Ein neues Bad könne man deutliche kompakter und damit kosteneffizienter bauen. Es gäbe in Bayern viele Fälle von maroden Bädern ähnlichen Alters, aber nur wenige Fälle von erfolgreicher Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden.

Einige Waldkraiburger zeigten sich unzufrieden mit der Kostentransparenz und der Zusammensetzung des hohen laufenden Defizits von über 800.000 Euro pro Jahr. Herr Lechner von den Stadtwerken gab daraufhin einen Einblick in die Bücher und konnte die einzelnen Positionen erläutern.

Bürgermeister Salzeder aus Aschau warb für die Kooperation und den Neubau als historische Chance und versuchte, die Haltung Aschaus zu vermitteln. Er stellte aber auch seine Bereitschaft in Aussicht, über eine Beteiligung an einer Sanierung des Waldbads nachzudenken und zu diskutieren. Man müsse sich an einen Tisch setzen und die beste Lösung finden.

Über die ganze Dauer der Veranstaltung , die um 22.30 Uhr offiziell beendet wurde, kristallisierte sich eine tiefe Verbundenheit vieler Waldkraiburger mit ihrem Waldbad heraus, das aus ihrer Sicht einzigartig sei. Der Begriff „Verlustängste“ stand im Raum und es wurde oft über alternative Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert.

Wie es mit dem Waldbad weitergeht, wird das anstehende Bürgerbegehren zeigen.


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