07.02.2018, 11:47 Uhr

Waldkraiburger Waldbad Stadtrat stimmt mit hauchdünner Mehrheit für Neubau statt Sanierung


Die Entscheidung ist gefallen: In einer hochemotionalen Debatte stimmten 16 Stadträte für und 15 gegen einen Neubau des Waldbades

WALDKRAIBURG Der große Sitzungssaal im Waldkraiburger Rathaus war am 6. Februar 2018 innerhalb weniger Minuten von Bürgern und Besuchern belegt. So musste ein Großteil der Besucher im Foyer Platz nehmen. Die Stadtverwaltung hatte dafür extra eine Kamera im Sitzungssaal installiert und die Sitzung für interessierte Bürger auf Monitore im Foyer übertragen.

Nach der Vorstellung des aktuellen Monatsberichts durch den Stadtkämmerer und der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu Sanierung oder Neubau des Waldkraiburger Rathauses ging der Stadtrat zur Debatte und Abstimmung über die weitere Zukunft des Waldbades über. Die Diskussion wurde sehr emotional geführt. Die Befürworter einer Sanierung des bestehenden Waldbades argumentierten mit der Einzigartigkeit dieser Freizeiteinrichtung und der Identifikation vieler Waldkraiburger mit ihrem Waldbad. Die Gegner der Sanierung und Verfechter eines Neubaus zwischen Waldkraiburg und Aschau begründeten ihre Entscheidung mit der mangelnden Finanzierbarkeit ohne die Unterstützung Aschaus und den hohen laufenden Betriebskosten von 800.000 Euro, die für die Stadtwerke nicht mehr zu tragen wären. Vor allem die Befürworter einer Sanierung des bestehenden Waldbades ernteten den Beifall des anwesenden Publikums.

Nach drei Stunden Debatte mit knapp 30 Wortmeldungen fiel bei der namentlichen Abstimmung die Entscheidung letzten Endes hauchdünn zugunsten eines Neubaus. Diese Entscheidung kann nun nur noch mittels eines Bürgerentscheids in Frage gestellt werden.

Im Anschluss an die Stadtratssitzung reichte das „Aktionsbündnis Waldbad“, das sich aus dem Förderverein Waldbad Waldkraiburg e.V., dem CSU Ortsverband Waldkraiburg und dem SPD Ortsverein Waldkraiburg zusammensetzt, einen Antrag auf Zulassung des Bürgerbegehrens „Das bestehende Waldbad Waldkraiburg mit Schwimmeinrichtung und Gebäuden soll am Standort Waldkraiburg, Reichenbergerstraße 60, erhalten bleiben“ ein. Die Stadtverwaltung prüft den Antrag aktuell und wird bei Richtigkeit die Maßnahmen für ein Bürgerbegehren in die Wege leiten.

Am Mittwoch, 21. Februar 2018, findet um 19 Uhr eine Bürgerversammlung im Großen Saal im Haus der Kultur statt. Hier haben die Bürger nochmal die Möglichkeit, sich ausführlich über das Thema zu informieren und Fragen zu stellen.

Einen ausführlichen Bericht mit Stellungnahmen der Stadträte gibt’s in unserer kommenden Wochenblatt-Printausgabe.


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