20.12.2017, 09:14 Uhr

Was passiert mit so viel Geld 50.000 Euro-Spende für die Seniorenarbeit

Der Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“ hat 50.000 Euro für die Seniorenarbeit im Landkreis Mühldorf gespendet. Unser Bild zeigt Es zeigt Seniorin Henny S. gemeinsam mit Sigrid Auer vom Kommunalen Sozialdienst für Senioren. (Foto: Landratsamt Mühldorf)Der Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“ hat 50.000 Euro für die Seniorenarbeit im Landkreis Mühldorf gespendet. Unser Bild zeigt Es zeigt Seniorin Henny S. gemeinsam mit Sigrid Auer vom Kommunalen Sozialdienst für Senioren. (Foto: Landratsamt Mühldorf)

50.000 Euro hat der Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“ fr die Seniorenarbeit im Landkreis Mühldorf gespendet. Die Freude war groß.

MÜHLDORF Die Freude war riesengroß: Anfang Dezember konnte Landrat Georg Huber gemeinsam mit Matthias Burger und Sigrid Auer von der Fachstelle für Seniorenarbeit einen Spendenscheck in Höhe von sage und schreibe 50.000 Euro entgegennehmen. „Als ich vor Kurzem erfahren habe, dass der Verein ‚Lichtblick Seniorenhilfe‘ wieder so viel Geld für ältere Menschen – die es bei uns finanziell nicht leicht haben, ihr Leben zu bestreiten – spendet, war ich sehr, sehr glücklich. Es sind Seniorinnen und Senioren, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und gerade jetzt auf Weihnachten merken, sie können sich die eine oder andere Kleinigkeit nicht leisten. Diesen Menschen können wir nun durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landratsamt Unterstützung bieten“, so der Landrat anlässlich des großzügigen Betrages.

Das Geld zur Verfügung gestellt hatte – wie schon zwei Jahre zuvor – der Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“ aus München, der sich aktiv gegen Altersarmut einsetzt. Insgesamt hat der Verein bereits 150.000 Euro dem Landkreis Mühldorf zur Verfügung gestellt. Brigitte Grung, die extra aus München angereist war, machte im anschließenden Gespräch mit dem Landrat deutlich, dass es um viel mehr geht als um bloße finanzielle Unterstützung: „Es geht vor allem auch um Würde. Menschen, die fleißig ihr Leben lang gearbeitet haben, soll an ihrem Lebensabend auch die Möglichkeit bleiben, sich einmal einen Lebkuchen zu kaufen oder ein paar neuer Schuhe.“ Wer mehr als 45 Jahre hart gearbeitet hat, der solle sich auch – neben der Grundsicherung im Alter – andere Dinge leisten können, die das Leben schöner und einfacher machen.

Doch wie kann es sein, dass betroffene Seniorinnen und Senioren im Alter jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen und in die „Altersarmutsfalle“ geraten? Springt für finanzielle Engpässe nicht der Staat bzw. der Landkreis ein? Der Seniorenbeauftragte am Landratsamt Mühldorf, Matthias Burger, hat die Antworten: „Diejenigen Menschen, die von Armut im Alter betroffen sind, befinden sich oft seit Jahrzehnten in einem Teufelskreis aus Krankheit, Arbeitslosigkeit in wirtschaftlich schlechten Zeiten und schlecht bezahlter Arbeit, Schulden, privaten Rückschlägen oder auch fehlendem Zugang zu besserer Bildung.

Das staatliche Sozialhilfesystem bietet diesen Menschen die Möglichkeit, über Grundsicherung im Alter oder Wohngeld ihre finanzielle Situation zu verbessern.“ Doch es gibt einen Haken: „Allerdings bestehen Hürden, diese Leistungen in Anspruch zu nehmen: teilweise wissen die Anspruchsberechtigten gar nicht, dass ihnen bei geringer Rente solch eine Unterstützung zusteht. Viele Menschen schämen sich auch, vom Amt oder vom Staat ‚Almosen‘ anzunehmen. Schließlich hat man es immer irgendwie auch alleine geschafft“, erklärt Burger. Sigrid Auer vom Kommunalen Sozialdienst für Senioren fügt hinzu, dass es im Landkreis Mühldorf hierfür eine aufsuchende Seniorenberatung gibt, welche Barrieren abbauen möchte: „Wir beraten die Senioren zu Hause in vertrauter Umgebung. Niemand muss den oft weiten Weg ins Amt machen – wir bringen die Unterstützung nach Hause, informieren über zustehende Unterstützungsleistungen und helfen bei der Antragstellung. Damit machen wir tagtäglich sehr gute Erfahrungen und konnten bisher weit über tausend älteren Landkreisbürgern zur Seite stehen.“

Von den 50.000 Euro profitieren in diesem Jahr knapp 500 Seniorinnen und Senioren aus dem Landkreis Mühldorf, die aufgrund ihrer geringen Rente Grundsicherung im Alter beziehen. Eine von ihnen ist Henny S., der die Freude über die Weihnachtsspende ins Gesicht geschrieben steht. Die Spende an sie gibt sie noch nicht mal für sich selbst aus: „Vielen, vielen Dank an den Verein ‚Lichtblick-Seniorenhilfe‘. Von der Spende kann ich meinen Katzen zu Weihnachten ein paar Leckereien besorgen. Die werden sich riesig freuen!“

Wenn auch Sie als Privatperson oder als Unternehmen eine Spende für bedürftige Seniorinnen und Senioren leisten möchten, so wenden Sie sich bitte an Matthias Burger (Tel. 08361-699 393, matthias.burger@lra-mue.de) oder an Sigrid Auer (Tel. 08631-699 950, sigrid.auer@lra-mue.de).


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