30.11.2020, 15:03 Uhr

Vorstandssitzung Landkreisgrünen „Grundlegendes Umdenken nötig“

Bei den jüngsten Vorfällen am Landshuter Schlachthof mussten Schweine nachbetäubt werden.  Foto: 123rf.comBei den jüngsten Vorfällen am Landshuter Schlachthof mussten Schweine nachbetäubt werden. Foto: 123rf.com

Ein grundlegendes Umdenken in der Fleischindustrie sei nötig, so die Essenz der Vorstandssitzung der Landkreisgrünen.

Landshut/ Landkreis. Der Kreisvorstand der Landkreisgrünen traf sich am vergangenen Donnerstag zu ihrer Online-Vorstandssitzung. Vorstandsmitglied und Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger berichtete über die jüngsten Vorfälle im Landshuter Schlachthof.

Im Oktober kam es zu mehreren Vorfällen der Fehlbetäubung bei Schweinen. Insgesamt wurden mehr als 200 Schweine nachbetäubt. Grund war eine Fehlfunktion der Betäubungsanlage. „Im Endeffekt wurden die Schweine zu wenig betäubt und sind zu früh wieder aufgewacht“, so Steinberger. Noch dazu gab es kein optisches oder akustisches Signal, das auf diese Fehlfunktion hingewiesen hätte. „Ich halte das für einen gravierenden Mangel, der auf einen grundsätzlichen Missstand hinweist“, so Steinberger. „Diese Anlagen werden nämlich nur vom Betreiber kontrolliert und die Sensoren schaut sich nur der Hersteller an, wenn er zweimal im Jahr vorbeikommt. Deshalb fordern wir Grüne eine unabhängige Kontrollinstanz, die diese Geräte regelmäßig überprüft.“

Kreisvorsitzender Frank Steinberger zeigte sich erschrocken über die Untätigkeit der zuständigen Behörden und der Staatsregierung: „Erschreckende Missstände in Schlachthöfen sind alles andere als Einzelfälle: Wir alle kennen die regelmäßigen Berichte über Tierquälerei, katastrophale Arbeitsbedingungen oder massive Corona-Ausbrüche. In der Branche jagt ein Skandal den anderen! Wir fordern ein grundlegendes Umdenken in der Fleischindustrie.“

Kreisvorsitzende Marlene Schönberger ergänzt: „Wir brauchen eine grundlegende Verbesserung des Tierschutzes, aber auch der Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen. Das heißt: Kürzere Transportwege durch mehr regionale Schlachthöfe, regelmäßige, unabhängige Kontrollen von Tierschutzaspekten, Betriebs- und Arbeitsabläufen sowie faire Anstellungsverhältnisse für die Angestellten.“


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