18.05.2020, 17:57 Uhr

Autobauer in der Krise Betriebsrat schließt Kündigungen bei BMW nicht mehr aus

Das BMW-Werk in Dingolfing. Foto: BMW GroupDas BMW-Werk in Dingolfing. Foto: BMW Group

Die Lage ist ernst bei dem erfolgsverwöhnten Automobilkonzern BMW. Jetzt ist sogar ganz offen die Rede von betriebsbedingten Kündigungen. Betriebsratschef Manfred Schoch wolle das zumindest nicht mehr ausschließen, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet.

Bayern. Zwar gebe es eine Betriebsvereinbarung, die jedem BMW-Angestellten seinen Arbeitsplatz garantiere. Doch diese gelte nur, solange das Unternehmen keinen Verlust mache. Derzeit sei das zwar noch nicht der Fall, so Schoch in einem Podcast an die Mitarbeiter. Niemand könne aber sagen, wie die Situation gegen Ende des Jahres aussehen werde.

Die Lage sei jedenfalls ernst, der Absatz dürfte im laufenden Quartal drastisch sinken. Wenn es zu einem Stellenabbau bei BMW kommen würde, müsste dieser sozialverträglich laufen, betonte Schoch laut dpa. Das werde der Betriebsrat mit dem Unternehmen auch vereinbaren.

BMW erwartet im laufenden Quartal einen Verlust, im Gesamtjahr jedoch einen Gewinn. Wie bereits gemeldet, kürzt der Autobauer seine Investitionen massiv und baut auch Stellen ab, indem freie Posten nicht mehr nachbesetzt werden. Jedes Jahr verlassen etwa 5.000 Mitarbeiter das Unternehmen, die Hälfte von ihnen geht in Rente. Derzeit beschäftigt BMW in Deutschland annähernd 90.000 Mitarbeiter.

Solange das Jahresergebnis vor Steuern positiv ist, sind betriebsbedingte Kündigungen per Betriebsvereinbarung ausgeschlossen, erklärte eine BMW-Sprecherin am Montag. Diese Vereinbarung läuft bis Ende 2026.

− pnp –


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