18.03.2020, 12:05 Uhr

Wahlkampf-Absage von OB Putz „Die Menschen haben jetzt andere Probleme“

Ernste Miene: Der Landshuter Oberbürgermeister hat andere Sorgen als den Wahlkmapf für die Stichwahl. Foto: SchmidErnste Miene: Der Landshuter Oberbürgermeister hat andere Sorgen als den Wahlkmapf für die Stichwahl. Foto: Schmid

In eineinhalb Wochen, am Sonntag, 29. März, soll in Landshut die Stichwahl im Rennen um das Oberbürgermeisteramt stattfinden. Doch Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) hat andere Sorgen. „Im Moment sind wir im absoluten Krisenmodus.“ Eine Sitzung jage wegen Corona die nächste.

Landshut. Während die Herausforderin von Alexander Put, Sigi Hagl (Grüne), jetzt noch einmal alle Kräfte mobilisieren wird, um die Stichwahl zu ihren Gunsten zu drehen, erteilt der Landshuter OB jeglichen Wahlkampf-Terminen eine Absage. Auch Rede-Duelle mit seiner Herausforderin wird es nicht geben. Zeit für Interviews zum Thema Stichwahl habe er momentan auch keine, erklärte er. Putz teilte auf Anfrage schriftlich mit: „Im Moment sind wir im absoluten Krisenmodus – Termine sind kaum vernünftig zu planen, ich stehe ununterbrochen auf Abruf für kurzfristig anberaumte Besprechungen. Gestern tagten wir nahezu durchgehend (Krisenstab im Landratsamt, interner Krisenstab, Führungsgruppe Katastrophenschutz). In der Zeit dazwischen sind unzählige Einzelgespräche und Telefonate zu führen.“ Zudem würden die Verwaltung und ihn persönlich „zig Anfragen von Bürgern zu unterschiedlichsten Themen“ regelrecht überfluten.

Putz: „Die Situation ist für einen Amtsinhaber im Krisenmodus natürlich belastend und ich bin es den Bürgerinnen und Bürgern schuldig mich voll und ganz der Krisenbewältigung zu widmen. Fernsehduelle oder auch weitere Interviews zum Thema Stichwahl würden mich nicht nur zeitlich beanspruchen, sondern auch ablenken, daher bitte ich um Verständnis, dass ich in der augenblicklichen Situation dafür nicht zur Verfügung stehe. Die Menschen in unserer Stadt haben wohl derzeit auch andere Probleme!“

Es wäre monatelang Wahlkampf geführt worden, da habe es ausreichend Gelegenheit gegeben, sich über die Positionen der beiden Stichwahlkandidaten zu informieren. „In meinem Fall konnten sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt glaube ich auch über mehr als drei Jahre lang einen Eindruck meiner Amtsführung und meiner Sachpositionen verschaffen – insofern ist es absolut verzichtbar nun noch weitere Argumente auszutauschen.“

Die Corona-Krise wäre die wohl absehbar schwerste Belastung dieses Landes und auch der Menschen in Landshut seit Ende des Zweiten Weltkrieges. „Unser Fokus gilt im Moment der Bewältigung des akuten Krisenmodus – mit oberster Priorität auf der Gesundheitsversorgung und notwendigen Vorsorgemaßnahmen. Parallel lösen die Maßnahmen wohl eine enorme wirtschaftliche Verwerfung aus, die unabsehbare Folgen haben wird – viele Menschen bangen derzeit nicht nur um ihre Gesundheit und die ihrer Angehörigen – sondern auch um ihre wirtschaftliche Existenz. “

Die politischen Schwerpunkte würden sich dadurch bundesweit – aber auch vor Ort – in den nächsten Monaten, vielleicht Jahren verschieben. Putz: „Nach der Bewältigung der Akutkrise gilt es wohl eine neuen Bestandsaufnahme vorzunehmen und weiter Priorisierungen vorzunehmen. Keiner kann heute vorhersagen, welche Situation wir vorfinden werden! Auch von daher halte ich weitere Wahlkampfauseinandersetzungen nicht für zielführend.“


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