24.02.2020, 11:18 Uhr

Überraschung Die ZDF-„heute-show“ will auf das JU-Starkbierfest


Die „heute-show“ des ZDF will dem Starkbierfest der Jungen Union einen Besuch abstatten. Bei der JU ist man eher mäßig begeistert.

Landshut. Das Starkbierfest der Jungen Union ist bissig, bösartig und der absolute Renner in der Region in der Fastenzeit. Bekannt ist es dafür, dass politische Köpfe aus den eigenen Reihen bis zur Schmerzgrenze auf die Schippe genommen werden. Das hat sich rumgesprochen – bis an den Rhein. Ein Team der „heute-show“ um Moderator Oliver Welke, die Sendung wird in Köln-Mülheim produziert, will dieses Mal, am Samstag, 29. Februar, mit dabei sein und für einen Beitrag drehen. Bei den Organisatoren von der Jungen Union (JU) fühlt man sich dadurch einerseits geschmeichelt, hat aber arge Bedenken und will die ZDF-Truppe nicht in den Bernlochner lassen.

Auf Anfrage bestätigte Ludwig Schnur, der JU-Kreisvorsitzende hält in der Rolle des Bruder Barnabas immer die gefürchtete Fastenrede, das Interesse der „heute-show“.

Schnur: „Es hat sich ein Redakteur gemeldet und gefragt, ob ein Team kommen und drehen darf“, erzählt er. Die Macher der Sendung würden einen Beitrag über den Kommunalwahlkampf in Bayern planen und wären dabei auf das JU-Starkbierfest aufmerksam geworden.

Geplant wäre, dass entweder Kabarettist Lutz van der Horst oder sein Kollege Fabian Köster im Bernlochner mit Kamera-Männern auftauchen. „Da hat sich das Team noch nicht entschieden“, sagt Schnur. Egal wer kommen wird, es lässt erahnen, wo die Reise hingehen soll.

Denn natürlich ist eine nüchterne Berichterstattung über die Veranstaltung von der beliebten Satire-Sendung nicht zu erwarten. Der Wahlkampf in Bayern soll möglichst bildgewaltig aufs Korn genommen werden. Ein Starkbierfest, noch dazu von der Jungen Union organisiert, wäre dafür ideal. Genug lohnenswerte Motive gäbe es: Nachwuchspolitiker, die in Kutten und – beim traditionellen Schauspiel – in Verkleidung rumlaufen, dazu Gäste, die Starbier trinken. Was man da im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen in Bayern konstruieren kann, ist klar. Schnurs Befürchtung: „Die suchen Bilder, die in ihr Konzept passen, Material dafür, wie hinterwäldlerisch der Wahlkampf in Bayern ist.“ Sich das aus der Rede oder dem Schauspiel rauszupicken, was der „heute-show“ ins Konzept passe, wäre zudem ein Kinderspiel.

Dass es in diese Richtung gehen werde, habe man aus den Worten des Redakteurs der Sendung heraushören können. „Die schneiden das Material, wie sie lustig sind“, sagt Schnur und hat damit wohl nicht ganz unrecht.

Die „heute-show“-Beiträge von politischen Veranstaltungen kann man sich jede Woche im ZDF ansehen. „Die kommen mit einer gewissen Motivation. Sie wollen wohl die Kommunalwahl in Bayern möglichst lächerlich machen.“ Dafür will man sich bei der Jungen Union aber nicht hergeben. Vor allem, weil man natürlich derbe Späße auf Kosten einiger Kommunalpolitiker mache, die aber nicht deutschlandweit bloßstellen wolle.

„Manche Witze könnten wir dann nicht mehr machen. Wir müssten dann meine Rede und das Schauspiel entschärfen. Das macht aber keinen Sinn und auch keinen Spaß mehr.“

Genau das soll das Starkbierfest aber sein: ein Spaß und nicht ein Zitate- und Bilder-Lieferant für die derben Späße einer deutschlandweiten Satire-Sendung über den bayerischen Kommunalwahlkampf.

Dem „heute-show“-Team werde man deshalb absagen, auch weil man dem hiesigen Sender Isar-TV schon die Übertragung zugesagt habe.

Ob das etwas helfen wird, da ist sich der Jura-Student, der gerade sein erstes Staatsexamen bestanden hat, allerdings nicht so sicher. „Es kann schon sein, dass die von der ,heute-show‘ trotzdem noch auftauchen.“


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