04.12.2019, 08:39 Uhr

Zweiter Versuch Decathlon nimmt Anlauf für eine Ansiedlung im Landshuter Norden

Zweiter Anlauf für den Sprung nach Landshut. Decathlon interessiere sich für den Standort in der Maybachstraße, sagt der Immobilienbesitzer. Er will jetzt eine klare Ansage von der Stadt.Foto: Schmid  (Foto: Schmid)Zweiter Anlauf für den Sprung nach Landshut. Decathlon interessiere sich für den Standort in der Maybachstraße, sagt der Immobilienbesitzer. Er will jetzt eine klare Ansage von der Stadt.Foto: Schmid (Foto: Schmid)

Der international agierende Sportartikelhändler Decathlon betreibt derzeit eine gut gehende Filiale in Ergolding, will sich aber vergrößern und deshalb umsiedeln. Als der Stadtrat dem Unternehmen vor kurzem untersagte, sich im Landshut-Park anzusiedeln, war die Empörung in der Bevölkerung groß. Jetzt unternimmt der Sportartikel-Riese offenbar einen zweiten Anlauf. Er steht in den Startlöchern für eine Ansiedlung im Norden von Landshut. „Decathlon hat bei uns angefragt“, sagt Nagib Khazaka, Eigentümer der Immobilie in der Maybachstraße, in der sich auch der Modepark Röther befindet. Wie Oberbürgermeister Alexander Putz auf Anfrage bestätigte, wird das Thema noch im Dezember im Bausenat behandelt.

LANDSHUT Laut Khazaka gebe es noch keinerlei Verträge mit dem Sportartikelhändler, sondern eben nur besagte Anfrage. Einen entsprechenden Antrag an die Stadt Landshut bestätigt er aber. Bevor man weiter in die Planung gehe, so Khazaka, wolle er erst einmal wissen, wie die Stadtpolitik eine Ansiedlung an diesem Standort bewertet. „Ich will Sicherheit haben“, sagte er im Hinblick auf die Decathlon-Debatte im Landshuter Rathaus vor einigen Wochen und die Diskussionen vor Jahren, als er Röther nach Landshut holte. Auch damals wehte Khazaka ein starker Wind aus Richtung Innenstadt um die Nase. „Das hat sich aber mittlerweile beruhigt“, erklärt er dazu. Ob und wie nach einer Stadtratsentscheidung eine Ansiedlung des Sportartikel-Händlers aussehe und wann die erfolge, werde sich nach einer entsprechenden Entscheidung der Politiker zeigen. Kein Geheimnis ist es, dass Khazaka auch an eine Aufstockung des Gebäudekomplexes denkt.

Argumente gegen eine Ansiedlung Decathlons im Landshuter Norden zu finden, dürfte schwer sein. Der Grund: In dem Gebäude befand sich vor Jahren bereits schon einmal ein Sportfachgeschäft. Außerdem waren dort bereits ein Elektrofachmarkt und ein Bekleidungsgeschäft untergebracht. Die derzeitige Decathlon-Filiale befindet sich in unmittelbarer Nähe. An der Situation in Bezug auf die Landshuter Innenstadt würde sich also auch nicht viel ändern – außer, dass die Gewerbesteuer in Zukunft Landshut bekommt.

Der Standort in der Landshuter Maybachstraße hat neben der größeren Fläche vor allem den Vorteil, dass er über ein eigenes Parkdeck verfügt und die Autobahn sowie der B15-Anschluss in der Nähe sind. Khazaka betonte aber ausdrücklich, dass es für ihn keinerlei Notwendigkeit zum Handeln gebe. Mit Röther habe er einen zuverlässigen Partner, der auch weiter Interesse am Standort habe.

Laut Oberbürgermeister Alexander Putz befinde sich die Stadt seit bereits seit einiger Zeit in Gesprächen mit Decathlon und Khazaka. „Es stimmt, es gibt eine konkrete Anfrage des Immobilienbesitzers“, so Putz. Nach der Entscheidung im Stadtrat gegen eine Decathlon-Ansiedlung im Westen der Stadt habe man sich nach einem anderen Areal umgesehen, das man dem Sport-Giganten anbieten könnte. Ins Gespräch gekommen sei man dabei mit dem Besitzer der Immobilie in der Maybachstraße. Gegner einer Ansiedlung von Decathlon im Landshut-Park, wie zum Beispiel CSU OB-Kandidat Thomas Haslinger, hatten argumentiert, dass von dem Filialisten keine großen Gewerbesteuereinnahmen zu erwarten seien. Nachvollziehen kann der Oberbürgermeister so eine Argumentation nicht. „Bei großen Filialisten wird der Gesamtgewinn in ganz Deutschland auf alle Niederlassungen im Lande aufgeteilt. Der Faktor hängt von der Anzahl der Beschäftigten ab.“

Zu den Gerüchten, dass Decathlon in Ergolding derzeit relativ wenig bezahle, sei zu sagen: „Wenn es tatsächlich letztes Jahr nur 17.000 Euro gewesen wären, wie kolportiert wurde, ist das wenig aussagekräftig. Bei entsprechend geplanter Vergrößerung steigt auch der Personalfaktor und in der Stadt haben wir einen höheren Hebesatz.

Wenn man das alleine hochrechnet, käme man auf 50.000 Euro.“ Decathlon habe zudem in den letzten Jahren aber sehr viel in den Ausbau des Filialnetzes investiert. „Das drückt die Gewinne. Andersrum bedeutet das, dass der Gewinn und damit die Gewerbesteuer für die Kommunen in absehbarer Zeit auch deutlich steigen könnte. Man muss Gewerbeansiedlungen immer langfristig betrachten!“ Ob das der Bausenat auch so sieht, wird sich am Freitag, den 13., zeigen.


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