19.11.2019, 17:34 Uhr

Neun Kilometer für 182 Millionen Euro Bundesverkehrsminister gibt Anbindung der B15n an die A92 frei


Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Staatsminister Bernd Sibler (Wissenschaft und Kunst) haben am Dienstagnachmittag den Verkehr auf dem neun Kilometer langen Teilstück der B15neu zwischen Ergoldsbach und Essenbach frei gegeben.

LANDSHUT „Wer auf ihr fährt, erlebt mehr Verkehrssicherheit und eine starke Verbindung zwischen Regensburg und Landshut“, so Scheuer zu dem „Infrastruktur-Upgrade“. Durch die B15neu würden 200.000 Anwohner entlastet, durch deren Ortschaften die alte B15 führt. „Wer an der alten Strecke wohnt, profitiert von einem Plus an Lebensqualität: weniger Autos, Lärm und Abgas. Gewinner sind die Menschen in Niederbayern und der Oberpfalz.“

Sechs Jahre dauerten die Arbeiten an dem neun Kilometer langen Teilstück von Ergoldsbach nach Essenbach. Insgesamt 14 Brücken mussten für das letzte Teilstück zur A92 errichtet werden, 182 Millionen Euro hat die Baumaßnahme gekostet. Dank der Fertigstellung des Teilstücks ist die vierspurige Bundesstraße zwischen Regensburg und Landshut auf 30 Kilometern Länge durchgängig vierspurig befahrbar.

In ferner Zukunft soll die Verkehrsader bis Rosenheim führen, insgesamt 140 Kilometer lang sein und die Autobahnen A8, A92, A93 und A94 miteinander verknüpfen. Aktuell verbindet die autobahnähnliche Bundesstraße lediglich die A93 bei Regensburg mit der A 92 bei Landshut. Und es gibt derzeit noch einen kleinen Schönheitsfehler: Der Anschluss an die A92 ist nur ein Provisorium. Statt über ein Kleeblatt wird die B15n über eine Abfahrt auf die Kreisstraße La7 an die A92 angebunden. Die eigentliche Anbindung verzögert sich nach Rechtsstreitigkeiten mit der ausführenden Baufirma und Problemen mit einer notwendigen Grundwasserwanne massiv. 2017 entschied man sich deshalb für das Provisorium, um das gesamte Projekt nicht zu verzögern.

Die B15neu bringt zwar für viele Anwohner an der alten Strecke eine Erleichterung, zum Beispiel für die Essenbacher, in der Stadt Landshut verschärft sie vorerst noch die Verkehrsprobleme. Der Grund: Es wird jetzt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet. Weil aber die Weiterführung, die Ost-Süd-Umfahrung Landshuts zwar geplant wird, aber noch nicht abzusehen ist, wann sie in Angriff genommen werden kann, rechnet man in der Bezirkshauptstadt einstweilen mit weiteren Belastungen. Eine Hiobsbotschaft für das ohnehin kurz vorm Verkehrskollaps stehende und staugeplagte Landshut, wo es nur vier Isarquerungen gibt.


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