30.08.2019, 09:52 Uhr

Kuriose Situation Das Landshuter Vodafone-Internet läuft mit Diesel


Aus dem Auspuffrohr steigt Rauch auf, das knallrote Diesel-Aggregat brummt und tuckert in Seelenruhe vor sich hin. Mit der Ruhe ist es jedoch für die Anwohner in der Bahnhofstraße und die Bahn-Mitarbeiter im Landshuter Stellwerk am Hauptbahnhof seit genau zwei Monaten vorbei. 24 Stunden am Tag tuckert seither ein riesiger roter Dieselgenerator vor ihrer Nase. Der Grund: Am 28. Juni war es zu einem massiven Stromausfall des Netzknotenpunktes von Vodafone gekommen. Der Mobilfunkanbieter will deshalb die Stromversorgung auf sichere Beine stellen. Vorerst mit einem lauten und stinkenden Diesel-Generator!

LANDSHUT „Wir Anwohner können tagsüber aufgrund der Abgase kein Fenster aufmachen – und in der Nacht wegen des Lärms auch nicht“, schimpft der betroffene Nachbar Peter S. (Name geändert). „Zudem sehe ich das Ganze auch als sehr große Belastung für die Umwelt.“

„Die Stromversorgung an dieser Örtlichkeit in Landshut ist nicht auf dem neuesten Stand“, gibt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf zu. „Das Diesel-Aggregat unterstützt derzeit die Stromversorgung, um das Netz übergangsweise zu stabilisieren.“

Derweil arbeite man – im Dialog mit der Deutschen Bahn – an einem neuen Konzept, „um die Stromversorgung dort zu verbessern. Wir sind mittendrin und tauschen Bauteile aus“, so Petendorf. Auch ein Ende der Arbeiten am unscheinbaren Beton-Häuschen hinter dem Stellwerk sei bereits in Sicht. „Ende der ersten September-Woche, spätestens in der zweiten September-Woche werden die Maßnahmen abgeschlossen sein. Dann ist hier alles auf dem neuesten Stand.“

Denn für Vodafone sei der Netzknotenpunkt, an dem rund 20.000 niederbayerische Haushalte angebunden sind, natürlich von zentraler Bedeutung. Bis spätestens in zwei Wochen sollte es folglich „mit den Unannehmlichkeiten für die Nachbarn und Bahn-Mitarbeiter vorbei sein“, so der Vodafone-Sprecher zum Wochenblatt. Und auch die Kunden könnten sich dann auf ein sicheres Vodafone-Netz verlassen.

Denn der Stromausfall und die damit verbundenen Störungen im Vodafone-Netz hatten Ende Juni gravierende Auswirkungen auf das Kabelglasfasernetz in Niederbayern. „Betroffen waren rund 20.000 Kunden, die vorübergehend kein Kabel-TV und Kabel-Internet nutzen und auch nicht im Festnetz via Kabelglasfasernetz telefonieren konnten. Räumlich gesehen war ein Teil unserer Kabelkunden in der Region Landshut, Regensburg, Deggendorf, Straubing, Passau betroffen“, hatte Vodafone damals mitgeteilt. Durch den Teilausfall in der Betriebsstelle Landshut waren laut Vodafone an jenem Tag zudem noch 237 Geschäftskunden vom DSL-Festnetz abgeschnitten – darunter einzelne Behörden (Polizei, Feuerwehr, örtliche Ämter) sowie eine Krankenkasse.

Ein derartiges Szenario soll sich in Zukunft nicht mehr wiederholen, hofft man beim hiesigen Netzbetreiber. Volker Petendorf: „Wir wollen, dass das Netz hier sicher und stabil läuft und die Stromversorgung auf dem neuesten Stand ist. Wir sind bei der Feinjustierung und machen unsere Hausaufgaben.“


0 Kommentare