13.03.2019, 09:17 Uhr

Kuriose These „Keine Kinder zum Klimaschutz“ – Ex-Landshuter Politikerin sorgt bundesweit für Schlagzeilen


SPD-Politikerin: Kinder belasten die Umwelt zu sehr – also sollten wir keine kriegen!

LANDSHUT Nichts ist wohl nützlicher für einen kleinen Buchverlag und eine bislang völlig unbekannte Autorin, wie ein Skandal. Den hat die aus Regensburg stammende und lange in Landshut bei der SPD, unter anderem als stellvertretende Vorsitzende, aktive Autorin Verena Brunschweiger tatsächlich ausgelöst: Die ganze Republik diskutiert, seit sie das Buch „Kinderfrei statt kinderlos. Ein Manifest“ veröffentlicht hat. Dabei stößt Brunschweiger nicht nur auf Unverständnis mit ihrer gewagten Kernthese: Die „Feministin“ bringt im Kapitel „Kinderfreiheit der Umwelt zuliebe“ das Argument, dass das ihr Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel sei – denn Kinder, meint sie, belasteten die Umwelt.

Das Buch hat auch an der Schule der Lehrerin für Aufsehen gesorgt. Doch für Direktorin Dr. Claudia Blank ist klar: „Ich muss das trennen. Auf der einen Seite habe ich eine Lehrerin und ihre Lehre zu beurteilen, auf der anderen Seite stehen private Veröffentlichungen, die ich nicht zu bewerten habe“, sagt Frau Blank. Gleichwohl haben das Buch und vor allem die Debatte darüber auch das Albrecht-Altdorfer-Gymnasium kalt erwischt. „Natürlich gab es bis hin zur Empörung von Eltern und Schülern Reaktionen. Schließlich ist eine Schule auch ein Querschnitt der Gesellschaft“, so die Direktorin. Allerdings: Als im Herbst 2018 im AAG ein Wahllokal eingerichtet wurde, stimmten 40 Prozent der Regensburger darin für die Grünen. Ist Umweltschutz also ein wichtiges Thema? „Natürlich“, sagt Blank, „besonders in Zeiten der Fridays-for-Future-Proteste spielt das Thema eine wichtige Rolle auch bei uns.“ Aber Forderungen, die „durchaus zugespitzten bis provokanten Thesen von Frau Brunschweiger zu diskutieren, kamen noch nicht auf mich zu. Ich würde mich aber dem nicht verschließen.“

Auch Eltern hätten die Frage gestellt, ob ein solches Buch und die Forderung, auf Kinder zu verzichten, überhaupt mit einer Tätigkeit als Lehrerin vereinbar sei. „Die Grenze ist schwer zu ziehen, das kann ich nachvollziehen. Aber nochmal: Das Buch ist privat.“ Brunschweiger stellt in ihrem Buch gewagte Thesen auf: „Die Frauen, die diese unpopuläre Entscheidung treffen, waren schon immer solche, die dafür hart bestraft wurden. Sei es, dass sie als Hexen verbrannt wurden oder zur Nazi-Zeit mit der Aufforderung, dem Führer ein Kind zu schenken, bedrängt wurden.“ In der Tat sahen totalitäre Regime wie die Nazis Frauen oft als Geburtsmaschinen. Das ist schlimm. Doch letztlich argumentiert sie ebenso menschenverachtend mit Zitaten wie diesen: „Als Deutsche kann man nur bestätigen, dass hierzulande die pronatalistische Propaganda ein neues Hoch erreicht hat, das sich in Geburtenrekorden messbar niederschlägt.“ Auch hierzulande wäre ungefähr die Hälfte der jetzigen Bevölkerungszahl ein Segen.