26.02.2019, 15:36 Uhr

Wahl 2020 ÖDP schickt in Landshut erstmals einen eigenen OB-Kandidaten ins Rennen

Die ödp-Stadträtinnen Christine Ackermann (li.) und Elke März-Granda zusammen mit ihrem OB-Kandidaten Dr. Stefan Müller-Kroehling. (Foto: Schmid)Die ödp-Stadträtinnen Christine Ackermann (li.) und Elke März-Granda zusammen mit ihrem OB-Kandidaten Dr. Stefan Müller-Kroehling. (Foto: Schmid)

Nach dem überaus erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ will die ÖDP in Landshut noch eins draufsetzen. Mit Dr. Stefan Müller-Kroehling (49) schickt die Partei erstmals in ihrer Geschichte in der niederbayerischen Bezirkshauptstadt im Wahljahr 2020 einen eigenen Kandidaten ins Oberbürgermeister-Rennen, wie sie am Montag bekannt gab. Der 49-Jährige schätzt seine Chancen angesichts der starken Konkurrenz zwar „realistisch“ ein, hofft aber auf eine Überraschung. Schließlich habe die letzte OB-Wahl mit Alexander Putz (FDP) auch ein Kandidat gewonnen, der „als Außenseiter an den Start gegangen war.“ Das Hauptziel ist aber: „Wir wollen in Fraktionsstärke in den Stadtrat einziehen“, so Müller-Kroehling. Dafür müssen drei Kandidaten den Sprung in Gremium schaffen.

LANDSHUT Der breiten Bevölkerung dürfte der 49-Jährige, er ist ein international renommierter Forstwissenschaftler, eher unbekannt sein. Im Landshuter Stadtrat hatte er als stellvertretender Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins aber bereits einen Auftritt, der für Diskussionen sorgte. Als es darum ging, ob die Ochsenau bebaut werden soll, setzte er sich wissenschaftlich fundiert und massiv für den Erhalt des Areals im Osten von Landshut ein.

„Flächenfraß eindämmen und die Stadtnatur erhalten“ sind auch zentrale Punkte seines Wahlprogramms. Weiterer Kernpunkt: Das ungebremste Wachstum der Stadt eindämmen. „Natürlich wird Landshut weiter wachsen. Wir dürfen aber keine weiteren Impulse setzen“, sagt Müller-Kroehling. Heißt konkret: keine in seinen Augen unnötigen Straßenbauprojekte mehr, keine neuen Gewerbeflächen oder Wohngebiete. Stattdessen müssten die Bereiche genutzt werden, die bereits im Flächennutzungsplan der Stadt ausgeschrieben sind und der soziale Wohnungsbau dort vorangetrieben werden. Das Verkehrschaos in Landshut will der frisch gebackene ÖDPler, er trat erst im letzten Jahr der Partei bei, durch ein Gesamtverkehrskonzept und einen besseren ÖPNV in den Griff bekommen. Diesbezüglich ist dem 49-Jährigen vor allem ein Projekt wichtig: eine Stadtbahn für Landshut.

Der 49-Jährige lebt seit 1995 in der Region und seit 2003 in der Stadt Landshut. Er ist gebürtiger Münsteraner und wurde vor zehn Jahren an die EU-Kommission, zur Generaldirektion Umwelt, abgeordnet. Der verheiratete Hobby-Footballspieler hat in seiner Karriere zahlreiche wissenschaftliche Beiträge zu Forst- und Naturschutzthemen veröffentlicht und bezeichnet sich selbst als „wertkonservativ“.


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