21.02.2019, 09:17 Uhr

Nach Dreier-Vorstoß Tiertransporte werden in Zukunft stärker eingeschränkt


Ein Anfang ist gemacht: Landrat Peter Dreier zeigte sich nach dem Runden Tisch im Bayerischen Umweltministerium zuversichtlich, dass überlange Tiertransporte größtenteils bald der Vergangenheit angehören werden: „Das Bayerische Umweltministerium hat heute einen vielversprechenden Ansatz vorgestellt, der mich positiv stimmt“, erklärte Dreier im Anschluss an den Runden Tisch am Dienstag im Umweltministerium, an dem neben Kommunal- und Landespolitikern auch Vertreter von Zuchtverbänden, beamteter Tierärzte, Tierschutzorganisationen und landwirtschaftlicher Interessensverbände teilnahmen. Noch vor dem Runden Tisch hatte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in einer Pressemitteilung eindeutig Stellung bezogen. Sie fordert eine drastische Einschränkung der Tiertransporte.

LANDSHUT/MÜNCHEN Dreiers Vorstoß, dass Schlachttiere grundsätzlich nicht mehr über solch lange Strecken wie nach Vorderasien, den Nachfolgestaaten der Sowjetunion oder die Maghreb-Staaten zu transportieren wurde gut aufgenommen, schilderte der Landrat den Verlauf der Gespräche am „Runden Tisch“. So ist geplant, dass das Ministerium eine Liste erstellt, in welche Länder noch Lebendexporte stattfinden dürfen, bei denen keine Bedenken des Tierwohls wegen bestehen. Das bringt auch Rechtssicherheit für die Amtstierärzte, die an den Kreisverwaltungsbehörden tätig sind und Vorzeugnisse für diese Transporte ab Hof ausstellen müssen.

Das Umweltministerium hat angekündigt, in Zusammenarbeit mit den Zucht- und landwirtschaftlichen Interessensverbänden, eine entsprechende Liste bald vorzulegen. Bis dahin werden in Bayern keine Vorzeugnisse oder Bescheinigungen für solche Transporte ausgestellt.

Landrat Dreier: „Mit dem Vorstoß aus dem Landkreis Landshut haben wir die Landwirtschaftspolitik auf Landes, Bundes- und sogar europäischer Ebene zu diesem Thema wachgerüttelt. Denn dass Rinder tagelang über tausende Kilometer transportiert werden, um mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Ende in einem Schlachthaus zu finden, das nicht nach den geltenden EU-Tierschutzgesetzen schlachtet, konnten wir nicht länger hinnehmen.“

Landwirtschaftsministerin Kaniber (CSU) stellt sich klar hinter Dreier. In ihrer Pressemitteilung erklärt sie: „Ich bin der Meinung, dass die Exporte von Zuchttieren in Drittländer auf wirklich wertvolle Tiere, die dort auch nachhaltig für Zuchtzwecke genutzt werden, beschränkt werden sollten. Kontrollen auf allen Ebenen bis hin zum Bestimmungsort sind dafür notwendig.“


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