03.12.2018, 11:17 Uhr

18.000 Arbeitnehmer unter der Grundsicherung Gewerkschaft befürchtet Altersarmut in großem Ausmaß im Landkreis Landshut

Die Gewerkschaft NGG befürchtet ein großes Ausmaß bei der Altersarmut im Landkreis Landshut.Foto: NGG  (Foto: NGG)Die Gewerkschaft NGG befürchtet ein großes Ausmaß bei der Altersarmut im Landkreis Landshut.Foto: NGG (Foto: NGG)

„Dem Landkreis Landshut droht Altersarmut – in einem größeren Ausmaß als bislang angenommen“, das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Rund 18.000 Arbeitnehmer im Kreis Landshut würden – so, wie sie heute arbeiten – nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. „Das sind 31 Prozent aller Beschäftigten im Kreis“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.

LANDSHUT Die Schwelle für „Alters-Hartz-IV“ liegt im Kreis Landshut bei aktuell 727 Euro im Monat. Dabei sind insbesondere die Kosten fürs Wohnen berücksichtigt. Dies geht aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover haben dabei für die Gewerkschaft NGG amtliche Statistiken ausgewertet.

Demnach könnte die Zahl armutsgefährdeter Rentner im Landkreis Landshut künftig noch deutlich steigen – nämlich dann, wenn die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. Dann gäbe es mehr als 26.000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren bei einer Rente unterhalb der Grundsicherung landen, so das Pestel-Institut. Kurt Haberl, Geschäftsführer der NGG-Region Niederbayern, spricht von „alarmierenden Zahlen“. Die Bundesregierung habe eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis lediglich 2025 vereinbart. „Das reicht nicht aus“, so Haberl. Die Große Koalition müsse das Rentenniveau längerfristig stabilisieren und möglichst anheben.

Viele Beschäftigte hätten zwar das Glück, dass der Partner mehr verdiene und so die Haushaltskasse im Rentenalter aufbessere. Doch häufig sei das Geld selbst dann sehr knapp. Gerade wer einen Teilzeit- oder Minijob habe, müsse sich auf einen „extrem mageren Rentenbescheid“ einstellen.

Frauen seien davon besonders häufig betroffen. Sogar unter Vollzeitbeschäftigten hat nach Berechnungen des Pestel-Instituts aktuell rund jeder Dritte im Kreis Landshut einen Rentenanspruch von weniger als 1.000 Euro monatlich – nach 40 Arbeitsjahren.


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