09.10.2018, 10:45 Uhr

Acht Jahre City-Streife in Landshut Weniger Wildbiesler und Vandalen in der Altstadt


Seit acht Jahren gibt es die City-Streife eines privaten Sicherheitsdienstes in der Altstadt. Ein Erfolgskonzept, wie die Stadt jetzt mitteilt und eindrucksvoll mit Zahlen belegt.

LANDSHUT Ruhestörungen: um 50 Prozent gesunken. Wildbiesler: 80 Prozent weniger. Vandalismus: rückläufig um 75 Prozent – das ist die Bilanz, seit die Mitarbeiter der LWS-Group im Auftrag der Stadt Landshut in der Innenstadt auf Streife gehen.

Eine mehrseitige Auswertung, die die LWS-Geschäftsführerin Andrea Loder vergangene Woche Oberbürgermeister Alexander Putz und dem Initiator der City-Streife, Verkehrsdirektor Kurt Weinzierl, vorlegte, belegt deutlich den Erfolg des Sicherheitskonzepts.

Die City-Streife ist seit 2010 bei Wind und Wetter von 23 bis 6 Uhr in der Altstadt im Einsatz. Das Einsatzgebiet erstreckt sich vom Dreifaltigkeitsplatz bis hin zur Heilig-Geist-Kirche mit Blick in die Seitengassen.

In den zurückliegenden insgesamt 2.864 Nächten gab es laut Nikolaus Pfeiffer, Consultant Security bei der LWS, 16.283 Vorfälle, die durch die City-Streife erfolgreich verhindert, unterbunden oder zur Anzeige gebracht werden konnten. Auf den ersten Blick eine beachtliche Zahl – verfolgt man allerdings die in der Auswertung aufgeführte Trendbetrachtung aller Ereignisse, so ist eine deutliche Abwärtskurve im jeweiligen Vergleich zu den Vorjahren zu sehen.

Besonders die letzten drei Jahre lassen erkennen, dass die präventive Wirkung durch das stete „Flagge zeigen“ der City-Streife beim „korrigierenden Eingreifen“, wie Pfeiffer die Arbeitsweise beschreibt, deutlich zur Verbesserung der Sicherheitslage beitrug.

Eines der deutlichsten Ergebnisse lässt sich beim Vandalismus ausmachen. Insgesamt 776 Vandalismushandlungen wurden unterbunden. Waren es im ersten Jahr noch 220, sank die Zahl stetig bis auf 50 Handlungen im achten Jahr der City-Streife. So hat es seit deren Einsatz in der Altstadt keinen einzigen Graffiti-Fall mehr gegeben, informierte Pfeiffer. Generell wurden Schäden sofort beseitigt oder die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.

Immer noch nicht ganz gelöst ist das Problem mit den Wildbieslern: Mit insgesamt 3.372 Vorfällen in den vergangenen acht Jahren nehmen sie den breitesten Raum ein. Positiv sei aber die deutlich rückläufige Tendenz um fast 80 Prozent im Vergleich zum ersten Jahr.

Was die Anwohner freuen dürfte: Insgesamt 1.318 Fälle von Ruhestörungen wurden verhindert. Vergleichsweise zum ersten Jahr haben diese sogar um die Hälfte abgenommen.

Dass sich Eigentumsdelikte während der Kontrollgänge der City-Streife nicht lohnen, mussten 437 Diebe feststellen. In allen Fällen konnten die Täter gestellt, an die Polizei übergeben und das Diebesgut zurückgebracht werden.

Gewaltdelikten wurde durch entsprechende Deeskalationsmaßnahmen der City-Streife meist vorweg der Riegel vorgeschoben. Erfreulich sei, dass auch hier eine Abnahme zu verzeichnen sei. Das Maß der Aggressivität sei jedoch gewachsen, weiß der Betriebsleiter für operative Dienste bei LWS, Sebastian Moosmaier, zu berichten. Mit Blick in andere Städte scheine dies aber eher ein gesellschaftliches Problem zu sein.

Von der Polizei, die in den acht Jahren knapp 2.600 Mal zur Unterstützung gerufen werden musste, wird die City-Streife als eine wertvolle Entlastung betrachtet.


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