18.09.2018, 18:47 Uhr

Balsgässchen Kein Promi-Bonus für Landshuts beliebtesten Schleichweg

Theoretisch dürfte hier kein Verkehr sein. Praktisch sieht es aber ganz anders aus im Balsgässchen. (Foto: Schmid)Theoretisch dürfte hier kein Verkehr sein. Praktisch sieht es aber ganz anders aus im Balsgässchen. (Foto: Schmid)

Es bleibt dabei: Landshuts beliebtester Schleichweg von der Neu- in die Altstadt, das Balsgässchen, ist für den motorisierten Verkehr weiterhin tabu – auch für Anwohner ohne Sondergenehmigung. Selbst für prominente Landshuter wie der scheidenden Förderer-Vorsitzenden Dr. Ernst Pöschl werden keine Ausnahmen gemacht. Das hat am Dienstag der Verkehrssenat entschieden.

LANDSHUT Pöschl hatte eine Durchfahrtsgenehmigung beantragt, weil er im angrenzenden Nahensteig ein Haus gekauft und saniert hat und weil dort jetzt eine Familienangehörige wohnt. Doch die Verwaltung hatte ihm die Genehmigung verwehrt mit der Begründung, dass Ausnahmegenehmigungen nur Anwohner bekommen, die auch einen Stellplatz nachweisen können. Einen Stellplatz hat Pöschls Haus aber nicht.

Der scheidende Förderer-Chef wandte sich daraufhin an Oberbürgermeister Alexander Putz. Der hob das Thema auf die Tagesordnung des Verkehrssenats. Der wiederum machte am Dienstag kurzen Prozess: Eine Extra-Wurst für Pöschl gibt es nicht! Auch wollten sich die Stadträte nicht abermals auf eine Grundsatzdiskussion einlassen und etwas an der bestehenden Regelung ändern. Pöschl hatte – wohl nicht ganz uneigennützig – vorgeschlagen, doch jedem Anwohner in dem Areal eine Genehmigung zu erteilen.

Den Grund, warum das nicht passieren soll, erklärte der Leiter des Rechtsreferates, Harald Hohn: „Das würde die Anzahl der Genehmigungen verdoppeln.“ Die Stadt versucht aber seit Jahren, den Verkehr aus dem Balsgässchen zu verbannen. Als 1999 der Deimer-Tunnel zur Entlastung der Innenstadt frei gegeben wurde, ist die Gasse eigentlich für Auto- und Motorradfahrer gesperrt worden, um die Schadstoff-Belastung durch Abgase in diesem Bereich zu senken und die Anwohner zu schützen. Gebracht hat das nicht viel.

Die Gasse ist deshalb ein „echter Dauerbrenner“ der Stadtpolitik, wie Oberbürgermeister Alexander Putz in der Sitzung erklärte. Es hält sich nämlich keiner an das Durchfahrverbot. Weder die Landshuter, noch Auswärtige. Kontrollen gibt es praktisch nicht. Im Stadtrat wurde oft diskutiert, was man unternehmen könnte. Eine Lösung des Problems hat man nicht gefunden.

In der Sitzung forderte OB Putz den anwesenden Vertreter der Polizei dazu auf, das Verbot zu überwachen. Dass das in Zukunft häufiger passieren wird als in der Vergangenheit, ist aber eher nicht anzunehmen. Dafür fehlt den Ordnungshütern in Landshut schlicht das nötige Personal.


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