13.04.2018, 14:58 Uhr

Europäische Separatisten tagen in Landshut „Zum Glück wurde er in Deutschland festgenommen“

Die Vertreter der EFA auf der Pressekonferenz im Hotel Michel in Landshut. Von links: Jill Evans, Florian Weber, Francois Alfonsi und Josep Maria Terricabras.Foto: Schmid  (Foto: Schmid)Die Vertreter der EFA auf der Pressekonferenz im Hotel Michel in Landshut. Von links: Jill Evans, Florian Weber, Francois Alfonsi und Josep Maria Terricabras.Foto: Schmid (Foto: Schmid)

Dass der Landshuter Stadtrat Robert Neuhauser und Carles Puigdemont Gemeinsamkeiten haben könnten, darauf kommt man auf den ersten Blick eher nicht. Und doch haben der Kommunal-Politiker, der maximal in Landshut bekannt ist, und der ehemalige Präsident von Katalonien, der seit Wochen weltweit in den Schlagzeilen präsent ist, zumindest eines gemeinsam: das Streben nach politischer Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Auf gut Bayerisch: Die zwei haben einen politischen Querschädel.

LANDSHUT Am Freitag war Neuhausers Bayernpartei Ausrichter der Generalversammlung der internationalen Generalversammlung der „Europäischen Freien Allianz“ (EFA) in Landshut. Europas Separatisten, von Korsika über Katalonien und Bayern bis Wales, trafen sich mitten in der niederbayerischen Provinz. Zwar war Neuhauser da, Puigdemont aber nicht – trotzdem war der Katalane, der derzeit gegen seine Auslieferung nach Spanien kämpft, das bestimmende Thema.

„Es ist gut, dass er in Deutschland verhaftet wurde“, sagte Josep Maria Terricabras auf der Pressekonferenz der EFA, die am Freitagvormittag stattfand. Die deutschen Richter seien, anders als in Spanien, tatsächlich „unabhängig“, so der Sprecher EFA-Fraktion im Europäischen Parlament. Er bekräftigte auch noch einmal, dass es keinen Grund für eine Auslieferung gebe, nicht einmal nach spanischem Recht. „Es hat keine Gewalt gegeben“, so Terricabras. Auch eine Auslieferung wegen angeblicher Untreue sieht der EFA-Sprecher kritisch. Man habe Belege, die diesen Vorwurf entkräften würden. „Wir können das beweisen“, sagte er.

Ausrichter der Generalversammlung der EFA war die Bayernpartei. Dass das Treffen der insgesamt 47 europäischen Parteien, die unter dem Dach der EFA vereint sind, heuer im bayerischen Landshut stattfindet, ist kein Zufall.

„Wir wollen den Wiedereinzug in den bayerischen Landtag schaffen. Die Chancen dafür stehen so gut wie seit Jahrzehnten nicht“, so Florian Weber, Parteivorsitzender der Bayernpartei. Deutschland entwickle sich immer mehr zum Zentralstaat, weg vom Föderalismus, so Weber. Dabei „geht der Trend hin zu mehr Regionalismus.“

Die diesjährige Generalversammlung der Europäischen Freien Allianz (EFA) in Landshut stand unter dem Motto „Ein Europa für alle Völker.“


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