23.03.2018, 10:52 Uhr

Kein Bock auf Grünzeug Die Landshuter Bauherren sind Baum-Muffel

Kies, wo ein Baum sprießen sollte: ödp-Stadträtin Elke März-Granda kämpft für die Einhaltung der Begrünungsverordnung, an die sich praktisch niemand in Landshut hält. (Foto: kr)Kies, wo ein Baum sprießen sollte: ödp-Stadträtin Elke März-Granda kämpft für die Einhaltung der Begrünungsverordnung, an die sich praktisch niemand in Landshut hält. (Foto: kr)

Die kleinen grünen Kreise auf den Bebauungsplänen sind eigentlich nicht zur Zierde da. Die schnörkellose geometrische Form steht für Baumbepflanzung. Die ist nicht etwa freiwillig, sondern Pflicht. Das Problem: Kaum ein Bauherr hält sich daran, egal ob es um ein Reihenhaus oder ein Firmengebäude geht. Eine Überprüfung des Bausenats auf Antrag von ödp-Stadträtin Elke März-Grand war ernüchternd. Bäume? Fehlanzeige! Jetzt zieht die Stadt die Daumenschrauben an, so gut sie kann.

Egal ob in Auloh, Schönbrunn oder im Westen der Stadt – praktisch nirgendwo, wo Bäume eigentlich vorgeschrieben sind, waren tatsächlich welche zu finden. Der Vortrag von Stefan Jahn vom Amt für Bauaufsicht und Wohnungswesen war ernüchternd. Bestätigt wurde damit, über was das Wochenblatt bereits vor Monaten berichtet hatte: Die Landshuter Bauherren sind allesamt Baum-Muffel. Das Wochenblatt hatte damals mit Elke März-Granda die „Umsetzung der grünordnerischen Festsetzungen in Bebauungsplänen überprüft“. Das Ergebnis fiel aus März-Grandas Sicht katastrophal aus.

Dass Bauherren sich nicht um die Vorschriften scheren, hat auch mit der personellen Besetzung im Rathaus zu tun. Denn die Umsetzung der Richtlinien wurde in der Vergangenheit praktisch nicht überwacht. Und so hielt sich kaum jemand daran, wenn ihm aufgetragen wurde, ein Dach zu begrünen oder vor seinem Haus oder im Garten einen Baum zu pflanzen. Es hatte ja keine Folgen. Und noch etwas stand der Begrünung im Wohngebiet im Weg: Zum Teil wurden Bäume an Plätzen vorgeschrieben, die schlicht unpraktisch sind. Zum Beispiel, weil sie einen Stellplatz für das Auto des Bewohners blockieren oder eine Satellitenschüssel verdecken.

In Zukunft will die Stadt da mit mehr Fingerspitzengefühl rangehen, gleichzeitig aber noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die kleinen grünen Kreise nicht aus Jux und Tollerei in die Pläne gezeichnet werden. Auch soll in Zukunft stärker kontrolliert und auf die Umsetzung der Vorschriften geachtet werden.


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