15.09.2020, 08:38 Uhr

Nepalhilfe Beilngries Aktivitäten in schwierigen Zeiten


In diesen auch in Nepal von der Covid19-Pandemie bestimmten Zeiten gilt für die Nepalhilfe Beilngries derzeit das Hauptaugenmerk der Unterstützung der Bevölkerung.

Beilngries. Mehr als 54.000 Menschen (Stand 14. September) sind mit dem Virus infiziert und 345 daran gestorben. Um ein Vielfaches höher ist sicher die Dunkelziffer. Erst seit Anfang August waren die Zahlen beängstigend in die Höhe geschnellt, was die Regierung zu drastischen Ausgehverboten veranlasste in dem Wissen, dass dies vor dem Hintergrund des rudimentären Gesundheitssystems die einzige Möglichkeit einer Eindämmung ist.

Lebensmittel für Angehörige der untersten Hindukaste

Die aktuellen Hilfsmaßnahmen galten denjenigen die in der zusammengebrochenen Tourismusbranche arbeiten, dem Heer der Tagelöhner oder den Angehörigen der untersten Hindukaste, den Dalit‘s. Zu letzteren hatte man auf die Erfahrungen des „Falate Dalit Network“ gesetzt um eine zielgerichtete Unterstützung zu gewährleisten. Koordiniert wurden die verschiedenen Hilfsaktionen von den Mitarbeitern der Nepalhilfe vor Ort. Für 20.000 Euro waren Hilfsgüter gekauft worden und an die Bevölkerung in verschiedenen Regionen verteilt. So in Lubhu oder dem Sindhupalchok Distrikt, wo die Hilfsorganisation aktiv ist. 500 kg Reis und 700 kg Linsen für das Nationalgericht Dal Bhat aber auch 450 Liter Öl, Salz und Hygieneartikel beschaffte man dafür. Bewegende Momente bei der Übergabe auch bei den Ordensschwestern der Englischen Fräulein, die den von der Nepalhilfe gespendeten Betrag von 10.000 Euro für die tägliche Schulspeisung an 200 besonders betroffene Familien, in Form von Lebensmitteln geben konnten. Der bereits mehrmonatige Lockdown an Schulen machte dies möglich.

Neubau einer Tagesbetreuungseinrichtung vordringlichstes Projekt

Was die Realisierung neuer Bauprojekte betrifft gilt das derzeitige Hauptaugenmerk dem Bau eines Hauses für Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Beeinträchtigung. Das dreigeschossige Gebäude wird seit Jahresbeginn in Lubhu errichtet, dem Ort in dem sich auch das Shaligram Kinderhaus sowie zwei von der Nepalhilfe Beilngries e.V finanzierte Schulen befinden. Für die 32 Betreuten, vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter, hat mit der Fertigstellung das vor vier Jahren errichtete ebenerdige Wellblechkonstrukt ausgedient. Dieses besteht aus zwei Gruppenräumen und einer Küche. Das Betreuungspersonal wird im täglichen Ablauf von den Eltern der Kinder unterstützt.

Vor sechs Jahren haben sich die betroffenen Eltern zum „Intellectual Disabled Parents Forum“ zusammengeschlossen, mit dem Ziel ihren Kindern eine tägliche Betreuung zu ermöglichen. Bis zu eineinhalb Stunden Anmarsch nehmen manche von ihnen auf sich um daran teilnehmen zu können. Durch Eigenleistung war der Baugrund gekauft worden, für das Haus selbst fehlte dann das Geld. Das mit 120.000 Euro veranschlagte Gebäude finanziert nun die Beilngrieser Hilfsorganisation. Der künftige Unterhalt wird von den Eltern und der Gemeinde getragen. Ein für die Verwirklichung sehr wesentlicher Punkt.

Die Tagesbesucher leiden an Autismus, dem Down Syndrom, verschiedenen körperlichen Einschränkungen oder Lernschwäche. Die Auflistung zeigt, dass hier eine differenzierte Betreuung und Schulung notwendig wäre. Das soll künftig so sein. Geht es nach den Plänen der Bauleitung so soll das neue Haus im Frühjahr 2021 übergeben werden. Derzeit ist man mit der Ausgestaltung der Räume befasst. Mit der Fertigstellung des „Lubhu Day Care Centers“, dem dann vierten Projekt in Lubhu werden die Ziele der NH Beilngries in Bildung, Erziehung und Gesundheit zu investieren erstmals auf so engem Terrain realisiert

Für die Beschaffung der nötigen Gelder soll auch der in den nächsten Wochen beginnende Verkauf des Kalenders „Himalaya 2021“ mit beitragen. Informationen dazu findet der Interessierte unter www.nepalhilfe.org.


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