12.05.2020, 15:49 Uhr

Coronavirus Ausflugsschifffahrt in Kelheim steht still – Landrat macht sich ein Bild der Lage

Landrat Martin Neumeyer und Renate Schweiger, Inhaberin der Firma Personenschiffsverkehr Josef Schweiger e. K. und Vorsitzende des Vereins der privaten Personenschifffahrt auf der bayerischen Donau e. V.. Foto: Martin NeumeyerLandrat Martin Neumeyer und Renate Schweiger, Inhaberin der Firma Personenschiffsverkehr Josef Schweiger e. K. und Vorsitzende des Vereins der privaten Personenschifffahrt auf der bayerischen Donau e. V.. Foto: Martin Neumeyer

Die Ausflugsschifffahrt in Kelheim steht seit 15. März still und es gibt derzeit keine verlässliche Auskunft, wann und unter welchen Voraussetzungen die Schiffe wieder Fahrt aufnehmen dürfen. Dies nahm am Montag, 11. Mai, Landrat Martin Neumeyer zum Anlass, sich mit Renate Schweiger, Inhaberin der Firma Personenschiffsverkehr Josef Schweiger e. K. zu treffen.

Kelheim. Nachdem in der Kabinettssitzung vom 5. Mai zumindest für die Seenschifffahrt der 30. Mai als ein möglicher Termin zum Start der Ausflugsschifffahrt genannt wurde, hatte Renate Schweiger und ihre Kollegen die Hoffnung am Pfingstwochenende die Anker lichten zu können.

Die Schifffahrtsbetreiber haben daraufhin ein Konzept erstellt, das die Sicherheit der Mitarbeiter und Gäste gewährleistet. Das Konzept ist angelehnt an die Vorschriften des Einzelhandels und der Gastronomie.

Dieses Konzept wurde dem Gesundheits- und Wirtschaftsministerium zugestellt, in der Hoffnung, dass nun zumindest einmal erste Gespräche über eine mögliche Öffnung und die damit verbundenen Auflagen stattfinden könnten. Diese Erwartung wurde jedoch durch eine Mail aus dem Gesundheitsministerium zerschlagen. Der Inhalt der vier Zeilen umfassenden Nachricht ist, dass es im Moment kein Datum gebe, das Problem der Ausflugsschifffahrt aber bekannt sei. „Eine ernüchternde Feststellung für die bayerischen Fahrgastschiffer, wenn man weiß, dass auf Bayerns Flüssen und Seen pro Jahr 6,5 Millionen Fahrgäste befördert werden. Da sollte man schon meinen, dass man zumindest mit der Verbandsspitze in Kontakt tritt“, sagt Renate Schweiger. Laut Schweiger ist die Enttäuschung umso größer, weil bereits die meisten Kollegen aus Berlin, NRW, Niedersachen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hessen den Betrieb schon wiederaufgenommen haben, oder zumindest feste Termine für den Start haben.

Die Maßnahmen in Bayern treffen bei Renate Schweiger auch deshalb auf Unverständnis, weil rund 80 Prozent der Ausflugsschiffe nichts anderes sind als schwimmende Biergärten und Gasthäuser sind. Und genau für diesen Bereich der Gastronomie gibt es einen festen Fahrplan mit Regeln zur Eröffnung. Die Kelheimer Unternehmerin hat nun den DEHOGA-Landesverband um Hilfe gebeten, denn der Großteil der Ausflugsschiffe ist Mitglied im Hotel- und Gaststättenverband. Schweiger kämpft, auch im Namen Ihrer Schifffahrtskollegen, weiter für die Gleichbehandlung aller Gastronomen.

Unterstützt wird sie dabei von Landrat Martin Neumeyer, der sich nun nochmals einen genauen Überblick über die aktuelle Lage verschafft hat. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass die wichtige Branche Ausflugschifffahrt schnellstmöglich im wahrsten Sinne des Wortes wieder Fahrt aufnimmt,“ so Neumeyer.

Zur Person:

Renate Schweiger, Inhaberin der Firma Personenschiffsverkehr Josef Schweiger e. K., Vorsitzende des Vereins der privaten Personenschifffahrt auf der bayerischen Donau e. V., Stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Bayerischen Fahrgastschifffahrt e. v., Mitglied im Fachausschuss Personenschifffahrt des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt

Zum Verein:

Der Verband der Bayerischen Fahrgastschifffahrt e. V. ist ein Zusammenschluss von 22 Schifffahrtsbetrieben auf den bayerischen Flüssen und Seen.

Die Mitgliedsbetriebe befördern pro Jahr rund 6,5 Mio Passagiere mit 111 Ausflugsschiffen. Die Schiffe haben eine Kapazität von 42 000 Sitzplätzen und sind damit ein nicht zu unterschätzender Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor für den Tourismusstandort Bayern. Mehr als zwei Drittel der Schiffe verfügen über Bordrestaurants mit eigener Bordküche. Ein kleiner Teil der Schiffe ist mit einem Selbstbedienungsterminal ausgestattet und einige wenige Schiffe verfügen

über keinerlei gastronomische Einrichtung.

Bildquelle: Martin Neumeyer; v. l. Landrat Martin Neumeyer, Renate Schweiger, Inhaberin der Firma Personenschiffsverkehr Josef Schweiger e. K. u.Vorsitzende des Vereins der privaten Personenschifffahrt auf der bayerischen Donau e. V.

Ich bitte Ihre Redaktion um Veröffentlichung der Meldung.

Herzlichen Dank.

Thomas Stadler

Pressesprecher


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