11.05.2020, 12:12 Uhr

Pandemie „Kultur ist kein Sahnehäubchen! Es braucht jetzt einen eigenen Kulturrettungsfonds der Bundesregierung“

 Foto: Ursula Hildebrand Foto: Ursula Hildebrand

„Ich unterstütze die Aussagen der Frau Bundeskanzlerin aus ihrer Videobotschaft über die Bedeutung der Kultur für unser Land. Ebenso begrüße ich die Ankündigungen des Bundesfinanzministers von Förderprogrammen. Es ist allerdings höchste Zeit den Aussagen auch Taten folgen zu lassen“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Erhard Grundl.

Niederbayern. Es sei gut und wichtig, so Grundl, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Videobotschaft die Kulturschaffenden in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung stellt. In der siebten Woche des Pandemie-bedingten Shutdowns der Bühnen, Clubs und vieler weiterer Kultureinrichtungen sei das ein wichtiges, aber auch ein langersehntes Zeichen an die Kulturschaffenden in Deutschland.

Viele Kulturschaffende haben dabei nicht nur sehnsüchtig auf diese Würdigung gewartet, für viele drängt die Zeit. Viele Kulturschaffende sind bisher durch die Raster der Hilfsmaßnahmen gefallen, weil die Rettungsschirme nicht auf die Lebenswirklichkeit der Kulturschaffenden und der Künstlerinnen und Künstler zugeschnitten waren. Die Bundesregierung muss reagieren und einen eigenen Kulturrettungsfonds einrichten.

„Ich freue mich auf die Vorschläge der Bundesregierung, die Frau Staatsministerin Monika Grütters dazu am kommenden Mittwoch sicherlich dem Ausschuss für Kultur- und Medien im Deutschen Bundestag vorstellen wird“, erklärt Grundl. „Der Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft ist nicht nur eine elementare Voraussetzung für unsere freie Gesellschaft. Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat mit einer Bruttowertschöpfung von mehr als 100 Milliarden Euro (2019) auch eine hohe wirtschaftliche Relevanz für Deutschland. Darum ist es angezeigt, dass diese zusätzlichen Mittel nicht aus dem relativ bescheidenen Etat der Kulturstaatsministerin genommen werden, sondern aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums.“

Die finanzielle Unterstützung der Kulturschaffenden, der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland wird nicht aus der Portokasse zu stemmen sein, so Grundl: „Aber eine einmal weggebrochene Kulturlandschaft nach der Pandemie wieder etablieren zu müssen, würde uns ein Vielfaches dessen kosten.“


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