30.04.2020, 16:01 Uhr

Zahlen für April 2020 Die Corona-Krise macht sich bemerkbar – der Arbeitsmarkt gerät unter Druck

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Im Agenturbezirk Regensburg – Regensburg Stadt/Land, Kelheim und Neumarkt – sind im Berichtsmonat 10.063 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 931 Personen oder 10,2 Prozent mehr als im Vormonat und 2.199 oder 28,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 2,9 Prozent und liegt damit 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonat und 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des April letzten Jahres.

Regensburg. Dazu Johann Beck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Regensburg: „Die sonst übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt fällt in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer. Nach der witterungsbedingten Winterpause erfolgen normalerweise im April die meisten Einstellungen. Doch gerade in den saisonabhängigen Branchen, insbesondere der Gastronomie und im Hotelgewerbe, kommt es aufgrund der Schließungen zu keinen Beschäftigungsverhältnissen. Durch die angekündigten Lockerungen bei der Öffnung von Geschäften hoffen wir, dass in den nächsten Wochen die Beschäftigung wieder zunimmt. Der Arbeitsmarkt profitiert noch von seiner bisher erworbenen Robustheit und der umfassenden Stützungsmaßnahmen. Durch das Instrument des Kurzarbeitergeldes lässt sich Arbeitslosigkeit vermeiden. Um die Bearbeitung der Anträge und die Auszahlung von Leistungen zu gewährleisten, wurde massiv Personal in die betroffenen Bereiche abgezogen. Für die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes spielen die Dauer der Eindämmungsmaßnahmen gegen Corona und der Erfolg der Stützungsmaßnahmen eine wesentliche Rolle.“

Im Berichtsmonat sind im Agenturbezirk Regensburg – Regensburg Stadt/Land, Kelheim und Neumarkt – 10.063 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 931 Personen oder 10,2 Prozent mehr als im Vormonat und 2.199 oder 28,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dieser allgemeine Trend trifft auf alle Gruppen des Arbeitslosenbestandes zu. So sind derzeit im Alter von 15 bis 25 Jahren 1.157 Menschen arbeitslos. Das sind 188 Betroffene oder 19,4 Prozent mehr als vor einem Monat und 387 oder 50,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Deren Anteil am Bestand beträgt 11,5 Prozent. Ähnliches gilt für die 15- bis 20-Jährigen. Hier sind aktuell 188 junge Menschen arbeitslos. Das sind 27 Personen oder 16,8 Prozent mehr als im Vormonat und 37 oder 24,5 Prozent mehr als im April letzten Jahres. Deren Anteil am Bestand liegt bei 1,9 Prozent. Größte Gruppe innerhalb des Arbeitslosenbestandes sind die Älteren ab 50 Jahren mit 3.303 Personen. Das sind 113 Betroffene oder 3,5 Prozent mehr als vor einem Monat und 606 oder 22,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Deren Anteil am Bestand beträgt 32,8 Prozent. Im Alter ab 55 Jahren sind aktuell 2.201 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 79 Personen oder 3,7 Prozent mehr als im Vormonat und 427 oder 24,1 Prozent mehr als im April 2019. Deren Anteil am Bestand liegt bei 21,9 Prozent. Die Entwicklung bei den schwerbehinderten Arbeitslosen stellt sich wie folgt dar. Im Berichtsmonat sind 820 Männer und Frauen arbeitslos. Das entspricht 29 Meldungen mehr als im Vormonat und 76 Meldungen oder 10,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Deren Anteil am Bestand beträgt 8,1 Prozent. Die Gruppe ausländischer Arbeitsloser umfasst 2.807 Personen. Das sind 201 Betroffene oder 7,7 Prozent mehr als im Vormonat und 605 oder 27,5 Prozent mehr als im April letzten Jahres. Deren Anteil am Bestand liegt bei 27,9 Prozent.

Verhältnis zwischen Zu- und Abgängen

Im Berichtsmonat haben sich 3.251 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet. Das sind 381 Zugänge oder 13,3 Prozent mehr als im Vormonat und 463 oder 16,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleiches taten seit Jahresbeginn 13.429 Personen. Das sind 356 Meldungen oder 2,7 Prozent mehr als in den ersten vier Monaten letzten Jahres. Dem gegenüber stehen diejenigen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. So haben sich im Berichtsmonat 2.312 Menschen abgemeldet. Das sind 1.219 Abgänge oder 34,5 Prozent weniger als vor einem Monat und 1.307 oder 36,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn haben sich 11.028 Männer und Frauen abgemeldet. Das sind 1.807 Abgänge oder 14,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Arbeitslosenquoten

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Regensburg beträgt aktuell 2,9 Prozent und liegt damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonatswert und 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des April letzten Jahres. In der Altersklasse von 15 bis 25 Jahren beträgt die Quote derzeit 2,8 Prozent und ist damit 0,5 Prozentpunkte höher als vor einem Monat und 0,9 höher als vor einem Jahr. In der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen beträgt die Quote 2,9 Prozent und liegt damit 0,1 Prozentpunkte höher als vor einem Monat und 0,4 höher als ein Jahr zuvor. Ähnlich ist die Entwicklung in der Altersklasse von 55 bis 65 Jahren. Hier beträgt die Quote 3,3 Prozent und liegt damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonat und 0,5 über dem Vorjahresmonat.

Gemeldete Arbeitsstellen

Im Berichtsmonat haben die Arbeitgeber im Agenturbezirk Regensburg 631 Stellen gemeldet. Das sind 470 Ausschreibungen oder 42,7 Prozent weniger als im Vormonat und 764 oder 54,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn gingen 4.020 Stellenmeldungen ein. Das sind 1.504 Angebote oder 27,2 Prozent weniger als in den ersten vier Monaten letzten Jahres. Der Stellenbestand umfasst aktuell 5.630 gemeldete Arbeitsstellen. Das sind 497 Vakanzen oder 8,1 Prozent weniger als vor einem Monat und 564 oder 9,1 Prozent weniger als im April 2019.

Unterbeschäftigung

Unter dem Begriff der Unterbeschäftigung werden grundsätzlich zwei Gruppen summiert: Zum einen die Arbeitslosen, zum anderen diejenigen, die nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit sind auch alle die Personen erfasst, die im Sinne des Sozialgesetzbuches nicht als arbeitslos gelten oder in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus zu sehen sind. Dazu gehören beispielsweise Menschen, die sich in Weiterbildung oder Altersteilzeit befinden, aber auch Selbständige, die Existenzgründerzuschuss erhalten. Beim Ausweisen der Unterbeschäftigung geht es um die transparente Darstellung der tatsächlichen Beschäftigungssituation. Dazu die aktuelle Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) wie folgt: Im Berichtsmonat sind 10.063 Männer und Frauen arbeitslos. Dazu kommen weitere 3.736 Personen in Unterbeschäftigung. Damit gelten insgesamt 13.799 Menschen als unterbeschäftigt. Das sind 493 Betroffene oder 3,7 Prozent mehr als vor einem Monat und 1.730 oder 14,3 Prozent mehr als im April letzten Jahres.

Ausbildungsmarkt im April

Bis zum Berichtsmonat haben sich im laufenden Berufsberatungsjahr (1. Oktober bis 30. September des Folgejahres) 3.184 junge Menschen auf einen Berufsausbildungsplatz beworben. Das sind 304 Aspiranten oder 8,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Diesen jungen Berufsstartern stehen 5.189 Ausbildungsplätze gegenüber. Das sind 398 Ausschreibungen oder 7,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Somit können – zumindest rein rechnerisch – jedem Jugendlichen 1,63 Ausbildungsplätze angeboten werden. Die Gruppe der Bewerber ohne Ausbildungsplatz umfasst 1.310 Personen. Auf diese Unversorgten kommen 2.773 unbesetzte Berufsausbildungsstellen oder 2,12 Angebote pro Person.


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