27.02.2020, 14:24 Uhr

Bayerisches Fachkräfteforum Strategien zur Gewinnung von Fachkräften mit Migrationshintergrund im Landkreis Kelheim

 Foto: Marcus Dörner/LRA Kelheim Foto: Marcus Dörner/LRA Kelheim

Am Dienstag, 11. Februar, tagte das Bayerische Fachkräfteforum im Landratsamt Kelheim und beschäftigte sich mit Strategien zur Gewinnung von Fachkräften mit Migrationshintergrund für den deutschen Arbeitsmarkt.

Landkreis Kelheim. Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, den Bayerischen Landkreistag, „migranet“ und das „iQ-Netzwerk Bayern“ sowie die Bayerische Gemeindezeitung. Die von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Kelheim unter Stabsstellenleiter Robin Karl organisierte Veranstaltung zeigte Möglichkeiten auf, wie sich Unternehmen dem vieldiskutierten Fachkräftemangel unter Berücksichtigung von Fachkräften mit Migrationshintergrund stellen können. „Der Mangel an Fachkräften ist branchenübergreifend zu spüren und unter anderem durch die demografische Entwicklung und die zunehmende Akademisierung ausgelöst“, so Robin Karl.

Landrat Martin Neumeyer sieht vor allem auch eine Aufgabe darin, den Fachkräften und Handwerksberufen in der Gesellschaft wieder ein höheres Ansehen beizumessen. Unterstützung bei der Organisation der Veranstaltung leisteten die Fachleute des Landkreises Kelheim aus dem Bereich Integration. Integrationsbeauftragte Monica Brandl, Bildungskoordinator für Neuzugewanderte Andreas Altmann und Manfred Neumann, Fachbetreuer für besondere Angelegenheiten am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Kelheim, sind mit dem Thema gut vertraut. Unter der Leitung von Manfred Neumann wurde in dem einstimmig im Kreistag verabschiedeten Integrationsplan für den Landkreis Kelheim die Situation bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit beleuchtet. „Nach einer aktuellen Studie hat fast die Hälfte der Flüchtlinge, die in den Jahren 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen sind, inzwischen Arbeit gefunden.“ so Monica Brandl. „Das Potential derer, die schon in Deutschland sind, sollten wir noch weiter nutzen. Nach meiner Erfahrung wollen viele Personen mit Migrationshintergrund arbeiten, aber dürfen dies aus rechtlichen Gründen oftmals nicht“, fordert Manfred Neumann.

Daneben wies Neumann darauf hin, dass nicht nur Menschen mit Fluchthintergrund in den Arbeitsmarkt drängen beziehungsweise vom Arbeitsmarkt dankbar aufgenommen werden. Viele Arbeitskräfte kommen aus Ländern der Europäischen Union und Drittstaaten in den Landkreis. Gerade für Handwerksbetriebe und in der Gastronomie sind diese Personen oft unerlässlich, um Aufträge zuverlässig abzuarbeiten beziehungsweise um Gäste, gerade in der Touristikregion Kelheim, adäquat bedienen zu können.

Zur Gewinnung von Fachkräften mit Migrationshintergrund wurden im Laufe des Abends viele Unterstützungsangebote beleuchtet. Darunter das zum 1. März in Kraft tretende Fachkräfteeinwanderungsgesetz und ein Input von Dr. Heike Jung, Ministerialdirigentin und Leiterin der Abteilung G „Integration und Unterbringung von Asylbewerbern“ im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, die neben der Herausforderung der Gewinnung von Fachkräften an sich auch viele menschliche Aufgaben hinter der Thematik sieht, wie das persönliche Wohlfühlen im Umfeld. Auch hierbei soll geholfen werden, auch für die Migranten die bereits bei uns sind. Neben den fachlichen Inputs, darunter auch zur Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen boten vier Unternehmer aus dem Landkreis Kelheim aus verschiedenen Branchen Einblicke, wie sie in der Praxis im Ausland Fachkräfte akquirieren, welchen Hürden sie dabei begegnen und wie sehr sie sich dafür einsetzen, Fachkräfte für ihr Unternehmen zu gewinnen und anschließend auch neben dem Beruf unterstützen und weiterbilden, um diese auch auf Dauer zu halten.


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