20.02.2020, 12:53 Uhr

Verband für landwirtschaftliche Fachbildung Kommunikationsseminar „Dialog auf Augenhöhe“

 Foto: vlf Abensberg Foto: vlf Abensberg

Die Diskussion über die rückgehende Artenvielfalt hat in der Landwirtschaft das Bewusstsein geschärft, wie wichtig es ist, mit der Bevölkerung zu sprechen. Am Montag und Dienstag, 10. und 11. Februar, fanden sich daher 15 Landwirtinnen und Landwirte aus dem Landkreis Kelheim im Berufsbildungswerk Abensberg ein, um im Rahmen eines Seminars zum Thema „Dialog auf Augenhöhe“ geschult zu werden.

Abensberg. Eingeladen dazu hatte der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (vlf) Abensberg, der mit fachlicher Unterstützung des vlf-Landesverbandes sowie der Raiffeisenbank Kreis Kelheim Eberhard Breuninger als Trainer gewinnen konnte. Breuninger arbeitete viele Jahre als Redakteur der landwirtschaftlichen Fachzeitschrift „top agrar“ und begleitet seit über 20 Jahren namhafte Unternehmen in den unterschiedlichsten Entwicklungsprozessen.

Was sich so einfach anhört, bereitet, wie von den Lehrgangsteilnehmern bestätigt, in der Umsetzung so seine Probleme. Die Zauberformel für eine gelungene Kommunikation lautet lediglich: Höre deinem Gegenüber zu und redet dann „mit“einander. Aktiv zuhören bedeutet, tatsächlich auch das zu hören und zu verstehen, was der Gesprächspartner sagt und meint. Dazu bedarf es oft der Rückfrage und Wiederholung des Gesagten, um abzuklären, ob auch tatsächlich das gemeint war, was bei einem angekommen ist. Dabei darf Verstehen nicht mit einverstanden sein verwechselt werden. Zuhören und nachfragen schafft die Grundlage dafür zu erkennen, wie der Gesprächspartner so tickt und was ihn bewegt.

Wie die Seminarteilnehmer bald feststellen mussten, machen es viele Ausgangssituationen sehr schwierig, in ein erfolgreiches und konstruktives Gespräch zu starten. Oft bieten persönliche Abneigungen, wie beispielsweise Neid aber auch pauschale Vorurteile („Der Landwirt ist Subventionsausbeuter, Massentierhalter, Umweltzerstörer …“), dem Dialog auf Augenhöhe schlechte Startbedingungen beziehungsweise emotional geladene Gesprächspartner geben einem konstruktiven Gespräch von vornherein kaum eine Chance.

Der zweite Teil der Zauberformel beinhaltet das „mit“einander Reden. Reden heißt nicht, sich mit Worten zu duellieren, sondern es bedeutet, zu informieren und gleichzeitig Sympathie und Vertrauen zu erzeugen. Bildlich ist ein gelungener Dialog mit einem Tischtennisspiel zu vergleichen: Der Ball wird aufgenommen, mit konstruktiven Fragen oder Argumenten zurückgespielt, manchmal intensiver, manchmal moderater, aber immer in einem vorgegebenen Spielfeld mit vorgegebenen Regeln. Spätestens bei der Beobachtung der Übenden oder bei deren Rückmeldung wurde jedem Lehrgangsteilnehmer klar, welchen entscheidenden Einfluss die Körpersprache über Mimik und Gestik auf den Gesprächsverlauf und die Wirkung des Gesagten hat. Vermitteln ein gesenkter Blick und ein „Rumgezapple“ doch eindeutig Unsicherheit und Unruhe. Ein klarer offener Blick, ein fester Stand auf zwei Beinen und gerne auch ein gewinnendes Lächeln geben die Botschaften weiter „Komm lass uns reden, ich habe nichts zu verstecken, mich interessiert, was dich bewegt“.

Eine gelungene Kommunikation braucht Übung und gibt Sicherheit. Wenn man dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ folgt, eröffnen sich jedem täglich ausreichend Gelegenheiten zum Üben. Mit dieser Motivation und gestärkt durch zwei intensive Schulungstage freuten sich die Teilnehmer am Ende des Seminars, als Landwirte den Dialog mit der Gesellschaft wieder zu beleben.


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