02.01.2020, 13:38 Uhr

Rekordjahr 2019 55 Millionen Euro für die Städtebauförderung in Niederbayern – Innenstädte und Ortskerne sollen weiter gestärkt werden

(Foto: Regierung von Niederbayern)(Foto: Regierung von Niederbayern)

Rekordjahr in der niederbayerischen Städtebauförderung: 55 Millionen Euro konnten im Jahr 2019 ganz gezielt in die Stärkung der Innenstädte und Ortskerne investiert werden. Entsprechend zufrieden zeigte sich Regierungspräsident Rainer Haselbeck bei seiner traditionellen Jahresbilanz.

NIEDERBAYERN Gleichzeitig rief er zu weiteren Anstrengungen auf. Haselbeck: „Das Zukunftsmotto heißt ‚Innen statt Außen’! Die Städtebauförderung ist das perfekte Instrument, um unsere Innenstädte attraktiv und lebenswert zu gestalten. Zugleich nehmen wir damit Siedlungsdruck von den Außenbereichen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Landschaften.“ Schon in den vergangenen Jahren hatten sich EU, Bund und Freistaat großzügig gezeigt und den Städten und Gemeinden in Niederbayern große Investitionen in allen Städtebauförderungsprogrammen ermöglicht. Mit allein fast 38 Millionen Euro Fördermitteln aus den Kassen des Freistaats konnten die Rekordwerte der letzten Jahre nochmals erhöht werden. Viele Städte und Gemeinden haben die günstigen Rahmenbedingungen bereits genutzt und wichtige Projekte zur Stärkung ihrer Ortsmitten vorangebracht.

Ein gelungenes Beispiel der Städtebauförderung 2019 aus dem Landkreis Kelheim ist die Sanierung des Eisenbauernhauses in Siegenburg. Das seit Jahren leer stehende Eisenbauernhaus in der Ingolstädter Straße wurde von der Gemeinde vor Jahren erworben und sollte ursprünglich zur Unterbringung eines Heimatmuseums dienen. Im Jahr 2018 hat der Marktgemeinderat nun den Beschluss gefasst, das Gebäude zu sanieren, um Wohnraum für Familien zu schaffen, einen Leerstand zu beseitigen und damit insgesamt das Wohnen im Quartier „Ingolstädter Straße“ zu stärken. Insgesamt entstehen sechs Mietwohnungen, in denen die ersten sieben Jahre anerkannte Flüchtlingsfamilien ihr neues Zuhause finden können. Danach stehen die Wohnungen allen Siegenburger Bürgern zur Verfügung. Die förderfähigen Gesamtkosten für die Sanierung des Eisenbauernhauses betragen rund 1,17 Millionen Euro. Davon erhält der Markt Siegenburg einen Zuschuss aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm IV - Aktive Stadt- und Ortsteilzentren und der Bayerischen Förderinitiative „Leerstand nutzen – Lebensraum schaffen“ von insgesamt knapp 950.000 Euro.

2020 wird sich in der Städtebauförderung Einiges ändern. Bund und Länder haben in langen Verhandlungen beschlossen, die zuletzt sieben Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramme in künftig nur noch drei Programme zusammenzuführen: „Lebendige Zentren, Sozialer Zusammenhalt sowie Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Für Maßnahmen des städtebaulichen Denkmalschutzes und für interkommunale Kooperationen soll es in allen neuen Programmen verbesserte Fördermöglichkeiten geben. Klimaschutz und Klimaanpassung sowie die Grünausstattung von Städten und Gemeinden erhalten einen besonderen Stellenwert. Städte und Gemeinden sowie vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Bewilligungsstelle der Regierung werden deshalb in nächster Zeit stark gefordert sein, neben der Weiterführung der Projekte diesen Übergang abzuwickeln. „Wir hoffen alle“, so der Regierungspräsident, „dass sich diese erneute Mehrbelastung für alle Beteiligten mittelfristig auszahlt, weil damit Förderkonditionen verbessert und durch weniger Programme generell der Verwaltungsaufwand reduziert werden kann.“


0 Kommentare