03.12.2019, 14:15 Uhr

Wildwechsel im Herbst und Winter Landratsamt rät Autofahrern zur besonderen Vorsicht in der Dämmerung

(Foto: ADAC)(Foto: ADAC)

Im Herbst und Winter kommt es wieder gehäuft zu Verkehrsunfällen mit Wildtieren. Der Verkehrssicherheitsbeauftragte des Landratsamtes Kelheim informiert Autofahrer über Vorsichtsmaßnahmen zur Prävention von Wildunfällen.

LANDKREIS KELHEIM „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Was aber, wenn der frühe Autofahrer das Reh fängt? Dann ist nicht mehr von einem positiven Ereignis die Rede, sondern meist vom Wildunfall. Dieser ereignet sich jetzt erfahrungsgemäß wieder häufiger, da Reh, Wildschwein und Co vor allem im Morgengrauen oder zu späterer Stunde, in der Dämmerung, unterwegs sind. Letztere setzt mit dem Ende des Herbstes auch früher ein. Die Tage sind kürzer und es wird abends schneller dunkel.

Wildtiere stellen eine Gefährdung für alle Verkehrsteilnehmer dar, denn sie überqueren meist plötzlich und ohne Vorwarnung die Straßen, erfordern blitzschnelle Reaktion und starkes Bremsen. Das gelingt jedoch manchmal nicht. So geschehen besonders durch Rehe auf der Fahrbahn immer wieder Unfälle mit teils schweren Folgen für Mensch und Tier.

Im Wald beziehungsweise auf Feldstraßen, auch Überlandstraßen und grundsätzlich eher ländlicheren Fahrtwegen kommt es oft zur Kollision mit Wild. Grundsätzlich ist bei Überlandfahrten immer mit Wild zu rechnen. Selbst in belebten Innenstädten oder auf Autobahnen ist es bereits zu Wildunfällen gekommen. Deshalb ist stets Vorsicht geboten!

Doch was ist zu tun, wenn Wild in Sicht ist? Der Sicherheitsbeauftragte rät, die Geschwindigkeit sofort zu verringern, gegebenenfalls abzubremsen. „Wechseln Sie von Fernlicht zu Abblendlicht, denn Wildtiere werden von zu grellem Licht geblendet und bleiben stehen“, rät der Experte. Autofahrer sollten hupen, aber auch keinen Fall ausweichen. Wichtig ist auch: Ein „Rehlein“ kommt selten allein, dem Tier können weitere Artgenossen folgen.

Reh, Wildschwein und Co. kennen keine Verkehrsregeln, beziehungsweise sind nicht fähig, Geschwindigkeiten oder Abstände einzuschätzen. Somit besteht zu jeder Tages- und Nachtzeit, gleichgültig auf welcher Straße, Unfallgefahr. Es liegt jedoch in den Händen der Fahrzeugführer, richtig zu reagieren und einen Crash zu vermeiden.

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, gibt es die für das Mobiltelefon die App „Wuidi“. Diese soll auch für den Landkreis Kelheim angeboten werden. Erste Gespräche hierzu haben Ende November im Landratsamt stattgefunden.

Die App kann aus dem Google Play oder dem Apple Store heruntergeladen werden. Nähere Informationen finden Interessierte unter www.wuidi.com. Ein Video zur Funktionsweise findet sich unter www.youtube.com.

Über Wildunfälle im Verbreitungsgebiet berichtet das Wochenblatt regelmäßig, wie zum Beispiel über einen Zusammenstoß mit einem „großen Hamster“ bei Attaching, einem Crash mit einer Wildschweinrotte in Mitterfels oder einer Kollision mit gar neun Wildschweinen in Schwandorf.


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