19.06.2019, 18:13 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Tor ließ sich nicht mehr schließen Havarieschäden sind beseitigt – Schleuse Riedenburg wieder in Betrieb

(Foto: WSA)(Foto: WSA)

Bei der Einfahrt in die Schleuse hatte am 5. Juni ein Flusskreuzfahrtschiff das untere Schleusentor der Schleuse in Riedenburg beschädigt. Während das Schiff kaum Schäden davontrug und Besatzung und Passagiere mit dem Schrecken davongekommen sind, war das Ausmaß der Schäden am Schleusentor ungleich höher: Das Tor ließ sich nicht mehr schließen.

RIEDENBURG Die Fachleute vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Donau MDK haben umgehend den Schaden bewertet: „Der 6 m lange vertikale Kantenschutzholm, auf dem sich die seitliche Tordichtung abstützt, muss erneuert werden“, stellt Kai Bramhoff, Projektleiter für die Instandsetzung, fest. Die Kosten für die Reparaturarbeiten lassen sich derzeit nur grob mit mehreren hunderttausend Euro abschätzen. Die Ermittlungen zur Unfallursache durch die Wasserschutzpolizei sind noch nicht abgeschlossen.

Reparaturarbeiten unter Hochdruck

Zunächst wurde ein Revisionsverschluss vor das Tor gesetzt und die 190 Meter lange, zwölf Meter breite sowie 13,40 Meter tiefe Schleusenkammer leergepumpt, damit ein Arbeiten im Trockenen möglich war. Das 45 Tonnen schwere Tor wurde mithilfe eines kurzfristig angemieteten Autokrans ausgebaut. Von einem Arbeitsgerüst aus konnte dann über die Pfingstfeiertage hinweg der beschädigte Kantenschutzholm stückweise abgebrannt und abgebrochen werden. Das neue Bauteil aus Stahl wurde in der letzten Woche geplant und passgenau hergestellt und der Beton vorbereitet. Als letzter Schritt wurde am Montag der Zwischenraum hinter dem Kantenschutzholm mit schnell aushärtendem Spezialbeton vergossen. „Das exakte Ausrichten des Tores war noch etwas Feinarbeit, schließlich sollen die Tore wieder sauber fahren und schließen“, erklärt Kai Bramhoff.

Stau wird zügig abgebaut

115 Schiffe konnten ihre Fahrten nicht wie geplant fortsetzen. Darunter befinden sich auch termingebundene Frachtschiffe, zum Beispiel Zulieferer für die Automobilindustrie, die jetzt kurzfristig umdisponieren mussten. „Für die Schifffahrt ist eine Schleusensperrung deshalb so gravierend, weil es keine Umleitung gibt. Die Schiffe müssen ihre Transporte auf Lkw oder Bahn umladen oder sie müssen Vertragsstrafen in Kauf nehmen.“, teilt Stefanie von Einem, zuständige Leiterin der Abteilung Schifffahrt, mit. Auch Flusskreuzfahrtschiffe sind von dieser Sperre erheblich betroffen gewesen, denn die Saison hat gerade begonnen.

Das WSA Donau MDK hat sich bereits darauf vorbereitet, den Schiffs-Stau abzuarbeiten. „Unsere Leitzentralen für die Schleusensteuerung arbeiten ab jetzt Tag und Nacht in doppelter Besetzung, damit wir den Stau schnellstmöglich auflösen können“, versichert Stefanie von Einem. Dazu werden Startnummern an die Schiffe in der Reihenfolge ihrer Ankunft vergeben. Der Stau verteilt sich inzwischen über eine Länge von circa 200 Kilometern entlang der einzelnen Liegestellen und Häfen.

Gutes Teamwork und Planung führen zum Erfolg

Das Ziel, die Schleuse bereits nach zwei Wochen wieder für den Verkehr freizugeben, konnte gehalten werden, „Mein besonderer Dank gilt hierbei der guten Planung eines erfahrenen Teams aus Beschäftigten des WSA Donau MDK und der reibungslosen Zusammenarbeit mit acht verschiedenen Unternehmen auch über die Feiertage hinweg“, resümiert Ruszczynski als zuständiger Fachbereichsleiter.

Damit kann die wichtige transeuropäische Main-Donau-Wasserstraßenverbindung der Binnenschifffahrt als umweltfreundlichem und energieeffizientem Verkehrsträger wieder zur Verfügung gestellt wer-den.


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