18.06.2019, 19:33 Uhr

Gesamtstrategie gefordert Gemeindetag besorgt – „in Bayern droht ein Klärschlammnotstand“

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

In Bayern droht ein Klärschlammnotstand. Die gemeindlichen Klärwerke arbeiten rund um die Uhr. Dabei fällt Klärschlamm an. Die neue Abfallklärschlammverordnung und die Fortschreibung der Düngeverordnung stellen die Gemeinden, Märkte und Städte vor das Problem „Wohin mit dem Klärschlamm?“.

ABENSBERG/BAYERN Klar ist, dass aus Gründen des Grundwasser- und des Bodenschutzes und im Sinne einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft kommunaler Klärschlamm nicht mehr auf Äckern und Feldern ausgebraucht werden soll.

Aber wohin soll der Klärschlamm gebracht werden? Bayern ist derzeit ein „Flickenteppich“ aus privat- und öffentlich organisierten Verwertungswegen verschiedenster Größe, Rechtsformen und Techniken. Gemeindetagspräsident Dr. Uwe Brandl: „Wir brauchen dringend eine bayerische Gesamtstrategie. Die Gemeinden dürfen mit dem Thema nicht alleine gelassen werden. Es muss jetzt endlich eine Strategie für Bayern gefunden werden, die beinhaltet, ob bestehende Klärschlammverbrennungsanlagen noch Kapazitäten haben oder ob und an welcher Stelle zusätzliche Anlagen geschaffen werden müssen. Da steht das bayerische Umweltministerium in einer staatlichen Koordinationsverantwortung“. Brandl wies darauf hin, dass Müllverbrennungsanlagen in Bayern staatlich geplant werden. Es sei nun notwendig, dass trotz des teilprivatisierten Markts der thermischen Verwertung von Abfall seitens des Freistaats konkrete Aussagen getroffen werden, an welchen Stellen in Bayern welche Kapazitäten zur Verfügung stehen und wie eine Lösung erreicht werden kann. Brandl: „Der Freistaat kann sich seiner Verantwortung nicht einfach entziehen. Vor dem drohenden Klärschlammnotstand die Augen zu verschließen, ist keine Lösung!“


0 Kommentare