11.04.2019, 18:18 Uhr

Sitzung Seniorendelegierte der Stadt Abensberg informieren sich über dreiste Betrugsmaschen

(Foto: Knott, Stadt Abensberg)(Foto: Knott, Stadt Abensberg)

Zuerst gab’s was Süßes – bei der Seniorendelegiertenversammlung im März auf Einladung des Seniorenbeirates wurden zu Beginn die Schokotafeln „Abensberger FAIRSuchung“ verteilt, bevor der Vorsitzende Albert Steber über die Herbstversammlung mit Neuwahl sprach, die Jubilar- und die Adventsfeier und die herausragend besuchte Faschingsfeier.

ABENSBERG Hannelore Membarth, zuständig für die Kasse, dankte der Stadt für die frühe und schnelle Überweisung des jährlichen Zuschusses und Steber dankte der Generationenbeauftragten Katrin Koller-Ferch, die auch VHS-Leiterin ist, für das übersichtliche Extraheft der Volkshochschule Abensberg für die ältere Generation.

Bei der Versammlung wurden weitere Punkte angesprochen. Der Seniorenbeirat der Stadt Abensberg wird künftig bei Gratulationen keine Blumen mehr verschenken, sondern auf Fair Trade-Produkte zurück greifen, so Steber. Ein Delegierter sprach das Dilemma mit der Datenschutz-Grundverordnung an; wer bei Anmeldungen zum Beispiel zu Ausflügen notwendige Daten einholt, laufe Gefahr, gegen diese DSGVO zu verstoßen. Einige Textpassagen werden deshalb von Koller-Ferch überprüft. Die Delegiertenfahrt wird Mitte Mai nach Freising und Weihenstephan erfolgen. Kurt Weingartner, Delegierter und Vorsitzender des VdK-Ortsvereins Abensberg, informierte die Anwesenden kurz darüber, dass der Pflegegrad 2 inzwischen eine Befreiung von der Rundfunk-Gebühr ermöglicht.

Senioren im Fokus von Betrügern

Nach diesen und weiteren Themen bot der Seniorenbeirat Abensberg eine Informationsveranstaltung zum Thema Betrug und Sicherheit. „Betrügereien über das Telefon beunruhigen uns am meisten“, sagte Helmut Landauer zu Beginn seines Vortrags. Landauer ist „SeniPol“-Aktiver; er ist ein von der Polizei ausgebildeter und er sprach über die „sieben dreistesten Maschen“, mit denen Kriminelle insbesondere Senioren ans Geld wollen. Warum gerade Senioren? Landauer: „Wir sind meist zuhause, wir sind zu vertrauensvoll - und man hält uns für wehrlos.“ Der 71-jährige Landauer ist viel unterwegs und mit der Polizei stets in Kontakt. Sein Rat: „Gesundes Misstrauen, auch am Telefon.“ Denn Trickbetrüger werden immer dreister, die Methoden ständig ausgefeilter. Landauer stellte den Senioren im Aventinum Abensberg die „sieben dreistesten Maschen“ vor.

Die „sieben dreistesten Maschen“

Masche 1: Gekaperte Telefonnummern. Auf dem Display des Angerufenen erscheint dabei die Nummer der Polizei. Auflegen, die Nummer der örtlichen Polizei per Hand eingeben und sich rückversichern. Wer auf Rückruf drückt, landet über Umwege beim Betrüger.

Masche 2: der Enkeltrick. Ein Anrufer gibt sich als Verwandter aus und beschreibt eine unverschuldete Geldnot. Er müsse jemanden schicken, der Bares abholt. Landauer: „Auch wenn es sich anhört, als wüsste der Anrufer über die Familie Bescheid - diese Informationen wurden vorher abgefischt. Auflegen. Es ist nicht Ihr Enkel.“ Grundsätzlich gilt: Am Telefon nicht „ja“ sagen (das kann für eine Vertragszusage verwendet werden) und Unbekannten kein Geld mitgeben.

Masche 3: falsche Kripobeamte. Dabei wird Angst geschürt („Ein Einbrecher geht um“) und Sicherheit vermittelt: „Geben Sie uns Ihre Wertsachen mit.“ Landauer: „Glauben sie das nicht, machen Sie die Tür zu und rufen Sie die Polizei.“

Masche 4: Unerwartete Gewinne. „Dabei setzen die Betrüger auf unsere Gier“, so Landauer. Ein hoher Gewinn wird in Aussicht gestellt, wenn man zur Einlösung einen relativ kleinen Betrag überweist.

Masche 5: Trickbetrüger. „Ihr Anstand und Ihre Gutgläubigkeit sind seine Chance.“ Anrempeln, antanzen, plötzliche Umarmungen - „und schon fehlt Ihnen etwas.“ Oder: Es klingelt an der Tür, eine in Not befindliche Frau bittet um ein Glas Wasser: „Und während Sie eines holen, schlüpft eine zweite Person in Ihre Wohnung.“ Auch vor Geldwechslern warnte Landauer.

Masche 6: falsche Techniker oder Handwerker. Landauer: „Die sind meistens zu zweit unterwegs und wissen genau, wo sie nach Wertgegenständen oder Barem suchen müssen.“ Auch hier gilt: Tür zu, mit einem Anruf rückversichern. Wichtig: Keine Nummer wählen, die die „Handwerker“ überreichen. Selbst die richtige Nummer suchen!

Masche 7: die Kaffeefahrt als überteuerte Verkaufsveranstaltung. Landauer: „Kaufen Sie den Ramsch nicht. Was nicht bestellt ist, muss nicht gezahlt werden.“


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