22.03.2019, 09:40 Uhr

Kosten in Höhe von 200.000 Euro Sicherheitssystem wird montiert – Brücke am Kraftwerk Ingolstadt aus Sicherheitsgründen gesperrt

(Foto: RMD)(Foto: RMD)

Von Montag, 25. März, bis einschließlich Donnerstag, 28. März, muss die Betriebsbrücke des Kraftwerks Ingolstadt über die Donau für jeglichen Publikumsverkehr aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden. Hintergrund ist der Einsatz eines 40-Tonnen-Autokrans, der die gesamte Brückenbreite in Anspruch nimmt. Mit Hilfe des Autokrans vervollständigt Uniper ihr neu entwickeltes Sicherheitssystem als weitere Redundanz zum Öffnen der Wehrtore.

INGOLSTADT Es garantiert, dass sich selbst bei einem extremen Hochwasserereignis (neu definiertes HQ100 nach dem Hochwasser von 2013) auch bei Ausfall jeglicher Wehrtorantriebe, wie Notstromaggregate oder mechanische Möglichkeiten, die Wehrtore in den drei Wehrfeldern noch öffnen lassen, um den maximalen, kontrollierten Hochwasserabfluss zu gewährleisten.

Als letzter Mosaikstein werden in der 13. Kalenderwoche neu entwickelte stählerne Laschen jeweils an den drei Wehrklappen und sechs Wehrketten montiert werden. Die Besonderheit ist, dass mit der Montage der neuen 83 Kilogramm wiegenden Kettenlaschen zusätzlich Befestigungspunkte zum Herausheben der Wehrklappen mittels spezieller Anhängevorrichtungen, an denen die geflochtenen Stahlseile (Litzen) befestigt sind, geschaffen werden. Für das Heben der Wehrverschlüsse und -tore wurde ein mobiles Hubsystem aus vier hydraulischen Litzenhubzylindern und einer hydraulischen Verriegelungsvorrichtung mit Kamera-Zielüberwachung konstruiert. Es kann bei Bedarf für alle Wehrtore an den fünf Bahnstromkraftwerken an der Donau von Bertoldsheim bis Vohburg eingesetzt werden.

In die neuen V-förmigen Laschen werden im Bedarfsfall pro Seite die schweren Wehrtorzugketten kameragesteuert eingehängt und mit dem neuen Wehrtor-Nothubsystem bewegt. Zum Aufbau des Nothubsystems kommt im Fall der Fälle ein Schwerlast-Autokran zum Einsatz. Die entsprechenden Hubzylinder mit einer Hebekraft von jeweils 40 Tonnen und die für den stabilen Unterbau benötigten Stahlträger sind in einem hochwassersicheren Depot beim Donaukraftwerk Bittenbrunn gelagert. Nach entsprechender Montage können dann mit Hilfe des Hubsystems die rund 76 Tonnen schweren und 24 Meter breiten Wehrtorsegmente an ihren Zugketten soweit aus dem Fluss gezogen werden, dass das Wasser ungehindert abfließen kann.

Die Montagen werden bei Tageslicht und laufendem Kraftwerksbetrieb unter anderem aus einem am Kran über dem Wasser hängenden Fahrkorb ausgeführt. Zum Einsatz kommen bis zu vier Fachmonteure der Neuburger Metallbaufirma Hans Bößhenz.

Die Gesamtkosten für dieses zusätzliche Sicherheitssystem belaufen sich pro Kraftwerk auf rund 200.000 Euro.

In der zweiten Maiwoche, ab 6. Mai, sollen auch das Donaukraftwerk Bergheim und schließlich die Anlage Bertoldsheim mit den Stahllaschen ausgestattet werden. Bei beiden Kraftwerken kommt ein 220-Tonnen-Autokran mit einem riesigen, etwa 85 Meter hohen Ausleger zum Einsatz. Der vom südlichen Donauufer auf der westlichen Stauhaltungsseite, dem so genannten Oberwasser, aus operiert, ermöglicht es Uniper, mit Rücksicht auf Bevölkerung und Wirtschaft der Region eine viertägige Vollsperrung der Staatsstraße zu vermeiden. Da die Auto- und Llw-Fahrer auf der stark befahrenen Staatsstraße 2043 bei der Staustufe Bergheim möglicherweise etwas ablenkt werden könnten, wenn sich der Kranausleger in mehr als fünf Meter Höhe über der Straße bewegt, wird in der Zeit die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen von 70 auf 30 km/h begrenzt.


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