24.07.2018, 17:18 Uhr

Politik und Wirtschaft Spezialkamerahersteller in Kelheim weckte Interesse der CSU-Organisationen

(Foto: Dr. Gudrun Weida)(Foto: Dr. Gudrun Weida)

Eine bunt gemischte Gruppe von Mitgliedern der Veranstalter CSA- und FU-Kreisverband sowie der CSU, SEN und AKU, aber auch einer beachtlichen Zahl interessierter Nichtmitglieder nahm die Gelegenheit wahr, die Firma PCO im Donaupark in Kelheim zu besuchen.

KELHEIM Mit von der Partie war auch unsere Direktkandidatin für die Landtagswahl Petra Högl. Die 1987 gegründete Firma hat sich von einem kleinen Start-up zu einem der weltweit führenden Hersteller von Spezialkameras entwickelt. Alle namhaften Universitäten und Hochschulen in Deutschland sowie beispielsweise Harvard und MIT in den USA sind Kunden von PCO. Seit den frühen 1990ern unterhält das Unternehmen neben der Firmenzentrale in Kelheim auch Tochtergesellschaften in Nordamerika und Asien. Karin Ott, die Frau des Firmengründers Dr. Emil Ott und Personalchefin, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste zu begrüßen und die Firma vorzustellen. Beeindruckt waren diese nicht nur von der Entwicklung des Familienunternehmens –1987 wurde eine Kamera gebaut und verkauft –, sondern auch vom hohen sozialen Engagement der Firma für ihre derzeit circa 90 Mitarbeiter. Bei Geburt, Kommunion und Firmung der Kinder gibt es beispielsweise ein Geschenk und die Firma zahlt die Kindergartengebühr voll. Sie hilft auch neuen Mitarbeitern bei der Wohnungssuche und bei der Arbeitssuche für den Partner, um nur einige Beispiele zu nennen, und es gibt keine befristeten Arbeitsverträge. Betriebsbedingte Reisen werden möglichst familienkonform organisiert. Es gibt eine eigene Band und Radgruppen, die auch am 24-Stunden-Rennen teilnehmen. Den Politikern auf den Weg gab Frau Ott die Kritik, dass Kinderzuschüsse für die Betreuung von Schulkindern nicht steuerfrei förderbar sind, sicher in der Hoffnung, dass wir uns für eine Änderung einsetzen.

Nach einer Filmvorführung, die zeigte, wo überall in der Welt PCO-Kameras für besondere Zwecke, zum Beispiel für Crashtests in der Autoindustrie und für viele Bereiche der Forschung eingesetzt worden sind, übernahm Vertriebsingenieur Toni Sorcan die technische Information. Er ist zwar inzwischen im Ruhestand, aber ganz gelöst hat er sich noch nicht von der Firma. Die Digitalkameras sind in erster Linie Messgeräte; sie verwandeln Photonen in quantifizierbares Signal, so Sorcan. Sie zeichnen sich aus durch extrem kurze Belichtungszeiten, Hochgeschwindigkeit in der Abfolge der Aufnahmen, niedriges Rauschen und besondere Empfindlichkeit bis zur Detektion einzelner Lichtquanten. Das Bild sei oft nur „Abfallprodukt“. Seine Erklärungen veranschaulichte er mit ausgesonderten Bauteilen und Kameras, die auch herumgereicht wurden.

Beim anschließenden Rundgang durch die Räume durfte dagegen nichts angefasst werden, da die meisten Objekte hochempfindlich sind. Mit sichtlichem Stolz betonte Sorcan, dass „das ganze Know-how inhouse“ ist.

Bei wachsender Konkurrenz gelte es, für die speziellen Bedürfnisse der Käufer individuelle Lösungen zu entwickeln. Dementsprechend wird nicht in Massen produziert. Aktuell sind es circa 6.000 Stück pro Jahr. Er erwähnte, dass ihre Ultra-Speed-Camera eine Milliarde Bilder pro Sekunde machen kann. Die Verkäufer sind alle Ingenieure. Sorcan schloss die Führung mit dem Zitat von Udo Lindenberg: „Wir denken nicht nach, wir denken vor.“


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