31.05.2018, 12:16 Uhr

Florian Oßner diskutiert „Wir dürfen den Verbrennungsmotor nicht verteufeln“

Der Heimatabgeordnete Florian Oßner bei seinem Werksbesuch des Automobilzulieferers Mahle in Neustadt an der Donau mit Peter Meier, Hannes Bächle, Dr. Viola Goldbach, Klaus Kübler und Personalleiter Hassan-Frederic Falk. (Foto: Büro Oßner)Der Heimatabgeordnete Florian Oßner bei seinem Werksbesuch des Automobilzulieferers Mahle in Neustadt an der Donau mit Peter Meier, Hannes Bächle, Dr. Viola Goldbach, Klaus Kübler und Personalleiter Hassan-Frederic Falk. (Foto: Büro Oßner)

Unter dem Motto „Wandel der Antriebstechnologie“ hat der Heimatabgeordnete Florian Oßner (CSU) die Firma Mahle in Neustadt an der Donau besucht.

NEUSTADT AN DER DONAU Der Automobilzulieferer, der knapp 600 Mitarbeiter am Standort beschäftigt, hat sich unter anderem auf die Produktion von Klimageräten für die automobile Oberklasse spezialisiert. Nach einer Betriebsbesichtigung diskutierte Infrastrukturpolitiker Oßner, der Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, mit Vertretern des Unternehmens und der regionalen Wirtschaft über den Auto-Antriebsmix der Zukunft.

Dabei ist Oßner überzeugt, dass sich die Autoindustrie in den kommenden zehn Jahren stärker verändern wird als in den vergangenen 100 Jahren: „Neue Antriebstechnologien wie Elektromobilität und Wasserstoffbrennstoffzellenantrieb sind eine Herausforderung, die Politik und Wirtschaft gemeinsam meistern müssen. Wir brauchen aber den Verbrennungsmotor als Brückentechnologie und dürfen ihn nicht verteufeln.“ Klaus Kübler, Leiter Produktentwicklung Klimatisierung von Mahle, sieht sogar noch bis zu zehn Prozent Verbesserungspotenzial beim Schadstoffausstoß von Verbrennungsmotoren. Hier nannte er beispielsweise die Form und Kühlung der Kolben, an denen bei Mahle intensiv gearbeitet werde. „Durch die Verwendung von synthetischen Kraftstoffen kann der Verbrennungsmotor künftig sogar fast klimaneutral werden“, sagte Kübler.

Hannes Bächle, Leiter des Berliner Büros von Mahle, prognostizierte, dass bis zum Jahr 2030 noch rund 80 Prozent der Fahrzeuge in Europa mit Verbrennungsmotoren angetrieben werden. Er versicherte aber auch, dass man den Weg in Richtung E-Mobilität mitgehen werde. So arbeite man bereits an neuen Produkten rund um die Elektromobilität, beispielsweise bei der Kühlung des Auto-Innenraumes oder Fahrzeugkomponenten wie der Elektronik, den Batterien oder dem Motor. Gleichzeitig appellierte er, dass hochentwickelte Verbrennungsmotoren im Sinne des Klimaschutzes weiter genutzt werden sollen.

Oßner: Mobilität technologieneutral voranbringen

Verkehrspolitiker Oßner bekräftigte, dass Diesel-Fahrverbote für die CSU nicht in Frage kommen. Der Diesel sei eine wichtige Technologie, um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen. Die Technik für eine umfassende Abgasreinigung sei marktreif und im Nutzfahrzeugbereich bereits im Einsatz. „Ich könnte mir eine gemeinsame Lösung bei der Nachrüstung älterer Diesel-Fahrzeuge vorstellen, an der sich Hersteller, Autobesitzer und der Staat gemeinsam beteiligen. So bleibt der Wert bereits gekaufter und älterer, aber regelrechtskonformer Autos mit Euro 4 oder Euro 5 Norm bestehen und es muss nicht gleich ein neues Auto angeschafft werden“, so Oßner. „Wichtig ist in dieser aufgeheizten Debatte, dass man klar unterscheidet zwischen Fahrzeugen, bei denen betrogen wurde und Fahrzeugen, welche absolut in Ordnung sind, jedoch eine nur ältere Abgasnorm erfüllen. Da wo betrogen wurde, müssen die Automobilhersteller ohne wenn und aber dafür gerade stehen und die kompletten Kosten allein übernehmen. Das gebietet ein vernünftiger Rechtsstaat, in dem sich Kunden auf die versprochenen Produkte verlassen können.“

In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass die E-Mobilität ökologisch nicht unbedingt sinnvoll sei, so lange der Strom dafür zu 40 Prozent aus Kohlestrom bestehe. „Darum brauchen wir politische Vorgaben, die bei der Förderung von Mobilität noch stärker auf Technologieneutralität setzen“, forderte der Heimatabgeordnete. Mahle-Betriebsratsvorsitzender Peter Meier brachte einen weiteren Aspekt in die Diskussion ein: „Zulieferer wie Mahle leisten in der Automobilindustrie einen großen Beitrag zur Einsparung von Kraftstoff und damit zur CO2-Reduzierung für mehr Umweltschutz und den Schutz der Gesundheit der Menschen.“

Die Region Kelheim sei eine starke Automobilregion, in welcher der Technologiewandel in vollem Gang sei, sagte Hermann Brandl, Geschäftsführer der Regensburger Geschäftsstelle vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. „Darum ist ein enger und regelmäßiger Austausch von Politik und Wirtschaft wichtig, um die richtigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Entwicklung der Branche zu setzen.“ Auch Mahle-Werkleiterin Dr. Viola Goldbach appellierte, die Politik solle offen bleiben für verschiedenen Lösungen, um die Mobilität insgesamt in Richtung Klimaneutralität zu bringen. „Darin sind wir uns absolut einig“, versicherte Infrastrukturpolitiker Florian Oßner.


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