12.01.2018, 15:49 Uhr

Vor-Ort-Termin in Bertoldsheim Aiwanger zum Thema Flutpolder – „Planungen zu umstrittenem Projekt sofort stoppen!“

(Foto: Freie Wähler Landtagsfraktion)(Foto: Freie Wähler Landtagsfraktion)

Am dritten Tag ihrer Winterklausur in Neuburg hat die Freie-Wähler-Landtagsfraktion die Staustufe in Bertoldsheim besichtigt. Dort sollen künftig bis zu zwei Flutpolder entstehen. Bei einem Gespräch mit Landrat Roland Weigert und Ludwig Bayer, Umweltreferent im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sowie Mitglied des Bayerischen Bauernverbands (BBV), informierten sich die Abgeordneten über den aktuellen Stand der Planungen.

BERTOLDSHEIM/LANDKREIS NEUBURG-SCHROBENHAUSEN Der Fraktionsvorsitzende Hubert Aiwanger sagte beim Ortstermin: „Die Menschen und insbesondere die Landwirte in der Region haben angesichts der Projektdimension berechtigte Bedenken. Wir Freie Wähler sind der Überzeugung, dass der geplante Flutpolder die drängenden Hochwasserprobleme hier nicht lösen wird – im Gegenteil: Er schafft neue.“

Bislang sei völlig unklar, ob eine Beherrschbarkeit des Grundwassers durch Gräben, Spundwände und Pumpen überhaupt möglich sein werde. Auch die Größe des Projekts sehen die Freien Wähler kritisch. Bei der Variante mit zwei Flutpoldern würden fast 2.000 Hektar Fläche rund um Rennertshofen verbraucht.

Besonders problematisch sei, dass neben den Untersuchungen für einen weiteren Flutpolder noch immer Planungen für einen dritten bayerischen Nationalpark in den Donauauen weiterliefen – obwohl die betroffenen Flächen vorwiegend privaten Grundstückseigentümern und Landwirten gehörten. „Die beiden Projekte zielen in entgegengesetzte Richtungen. Beides gemeinsam wird selbst mit der Donau dazwischen nicht funktionieren“, betont Aiwanger. „Wir Freie Wähler fordern den sofortigen Stopp der Planungen für einen weiteren Flutpolder.“

Statt Milliardensummen in den besten Böden Bayerns zu versenken, solle der Freistaat besser dezentrale Hochwassermaßnahmen fördern. Es sei höchste Zeit, „dass sich die zuständigen Behörden und Experten an einen Tisch setzen und ein integriertes, dezentrales Konzept erarbeiten – beginnend mit groß angelegter Regen-Rückhaltung auf den Höhen und gesteuerten Entlastungsmaßnahmen in den Donau-Zuflüssen“, so Aiwanger.


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