30.11.2017, 12:58 Uhr

Über 35.000 Arbeitsplätze Kelheimer Kreistag informiert sich am Flughafen München

Flughafenbesichtigung des Kelheimer Kreistages. (Foto: Stabsstelle Wirtschaftsförderung)Flughafenbesichtigung des Kelheimer Kreistages. (Foto: Stabsstelle Wirtschaftsförderung)

Wenn es um den Flughafen München geht, denken die meisten Menschen an die Diskussionen um den Bau einer dritten Startbahn. Deutlich weniger denken beim Franz-Josef-Strauß-Airport mit über 400.000 Starts und Landungen sowie knapp 45 Millionen Passagieren an den zweitgrößten Flughafen in Deutschland und den neuntgrößten in Europa. Die allerwenigsten assoziieren den Flughafen als Jobmotor; doch mit über 35.000 Arbeitsplätzen ist der Flughafen München ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für gesamt Südbayern.

LANDKREIS KELHEIM Um auch auf diese Fakten aufmerksam zu machen, lud der kommunalpolitische Sprecher der Flughafengesellschaft, Johannes Eigelsreister, Landrat Neumeyer gemeinsam mit den Mitgliedern des Kreistages und Bürgermeister aus dem Landkreis Kelheim zu einer Flughafenbesichtigung nach München ein. „Die wirtschaftliche Bedeutung des Münchner Flughafens auch für den Landkreis Kelheim darf nicht unterschätzt werden“, so Landrat Martin Neumeyer in seiner Begrüßungsansprache. Josef Reiser, Mainburger Bürgermeister und Kreisrat, erklärt ferner, dass insbesondere für den südlichen Landkreis der Flughafen zudem ein attraktiver Arbeitgeber ist. Besonders erfreulich für die Politiker des Landkreises Kelheim war, dass auch Rudolf Göttler, Stahl- und Metallbauunternehmer aus Saal a. d. Donau, seine Aufträge am Flughafen München zuerst im Rahmen eines Vortrages vorstellte, die anschließend auf der Fahrt über das Rollfeld in der Realität besichtigt wurden. Die Menschen im Landkreis Kelheim profitieren somit nicht nur als Passagiere und in Form von Arbeitsplätzen direkt am Flughafen, sondern auch zahlreiche heimische Unternehmer als Auftragnehmer. So installierte die Göttler Group die Flucht- und Rettungswege am People-Mover, dem unterirdischen Verbindungssystem des Terminal 2 mit dem neu erbauten Satellitenterminal; darüber hinaus stellt das Saaler Unternehmen Tragkonstruktionen und Treppenanlagen für das ehemalige Kempinski und jetzige Hilton-Hotel am Flughafen her.

Rudolf Göttler, dessen Unternehmensgruppe unter anderem auch die Dachkonstruktion für die Continental-Arena in Regensburg erstellt hat, erhielt aufgrund Weiterempfehlungen 2014 die ersten Aufträge der Flughafengesellschaft und hat weitere zukünftige Projekte in Aussicht. Die Göttler-Gruppe stehe somit stellvertretend für einige Unternehmen aus dem Landkreis Kelheim, die von den jährlichen Investitionssummen weit im dreistelligen Millionenbereich profitieren, so der Saaler Unternehmer.

Dass die Erweiterung des FJS in Form der dritten Start- und Landebahn insbesondere von Anwohnern und Umweltschützern stark kritisiert und dagegen protestiert wird, ist in vielerlei Hinsicht verständlich. Doch man sollte nicht außer Acht lassen, dass von solchen Großinfrastrukturprojekten gewissermaßen auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und damit einhergehend der zukünftige Wohlstand im südbayerischen Raum mit beeinflusst wird. Dass dies Auswirkungen auch auf den Landkreis Kelheim hat, wurde den Politikern im Rahmen dieses Besuches bewusst.

Symbolhaft in diesem Kontext war, dass das größte Passagierflugzeug A380, dessen Weg zur Startbahn der Landrat, die Kreisräte und Bürgermeister aus unmittelbarer Nähe verfolgten, nicht rechtzeitig abheben konnte. Schuld war eine lange Warteschlange von Flugzeugen vor der Start- und Landebahn.


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