30.06.2020, 15:20 Uhr

Barauszahlung erforderlich Das Aus für den Kommunalpass?

Helga Stieglmeier (B90/Grüne) fordert endlich normale Bankkonten für Asylbewerber. F.: arHelga Stieglmeier (B90/Grüne) fordert endlich normale Bankkonten für Asylbewerber. F.: ar

Nach der Wirecard-Insolvenz ist die Auszahlung der Regelsätze an Asylbewerber derzeit nur als Barauszahlung im Landratsamt möglich. Die Grünen fordern deshalb endlich die Einführung normaler Bankkonten.

Erding. Einer aktuellen Information des Landratsamt zufolge ist die Nutzung des Kommunalpass-Systems für die Asylbewerber im Landkreis Erding nach der Insolvenzanmeldung des Sodexo-Dienstleisters Wirecard derzeit nicht möglich. Die Auszahlung der Regelsätze an leistungsberechtigte Bedarfsgemeinschaften erfolgt deshalb am morgigen Dienstag, 30. Juni, in Form einer Barauszahlung am Landratsamt.

Zu diesem Zweck wird ein separater Schalter im Foyer des Landratsamtes eingerichtet, an dem die Leistungsberechtigten eine entsprechende Auszahlungsanordnung erhalten. Der Betrag kann im Anschluss an einem eigens dafür geöffneten Kassenschalter abgeholt werden. Es ist dabei dringend erforderlich, die nötigen Mindestabstände einzuhalten und eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen.

Finanzieller Schaden sei dem Landkreis laut Pressesprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer durch die Nutzung des Sodexosystems und der Insolvenz des Dienstleisters nicht entstanden.

Das Aus von Wirecard aufgrund krimineller Machenschaften sei indes nach Ansicht von Helga Stieglmeier (Bündnis 90/Die Grünen) nun auch das Aus für den Kommunalpass, einen Erdinger Sonderweg. „Nur an Kassen großer Einzelhandelsketten mit maestro-Lesegerät konnte der Kommunalpass eingesetzt werden, nicht aber am Fahrkartenautomaten, in der Apotheke, im Second-Hand-Kleiderladen oder beim Bäcker oder Metzger vor Ort. Bargeldabhebungen am Bankautomaten waren mit erhöhten Gebühren verbunden. Wir erneuern angesichts der aktuellen Situation unsere Forderung, die Asylbewerberleistungen endlich auf normale Bankkonten zu überweisen“, so Helga Stieglmaier. − we –