03.06.2019, 08:29 Uhr

Georg-von-Vollmar-Medaille: Höchste Ehre für Horst Schmidt

Landtagsabgeordnete a. D. Dr. Hildegard Kronawitter, Ingrid und Horst Schmidt, SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen, Dritte Landrätin und stellv. Kreisvorsitzende Gertrud Eichinger (Foto: SPD/priv.)Landtagsabgeordnete a. D. Dr. Hildegard Kronawitter, Ingrid und Horst Schmidt, SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen, Dritte Landrätin und stellv. Kreisvorsitzende Gertrud Eichinger (Foto: SPD/priv.)

SPD-Landesvorsitzende Natascha Konen überreichte dem Erdinger SPD-Kreis- und Stadtrat die höchste Auszeichnung der Bayern SPD

ERDING Die bayerische SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen ehrte unlängst den Erdinger SPD-Kreis- und Stadtrat Horst Schmidt mit der Georg-von-Vollmar-Medaille.

„Ich hatte nach meiner Krankheit schon ein wenig Angst. Aber dann merkte ich schnell, dass man auch ohne Kehlkopf gute Politik machen kann. Denn dafür braucht man in erster Linie den Verstand und das Herz.“ Als Horst Schmidt an diese schwierige Zeit seines Lebens erinnerte, kam großer Beifall auf. Denn alle wussten, dass die politische Wirkung des langjährigen Stadt- und Kreisrats nie von der Lautstärke seiner Stimme abhängig war. Seine Überzeugungskraft liegt viel mehr in kluger Argumentation und seiner grundsätzlichen Haltung.

Die Georg-von-Vollmar-Medaille, höchste Auszeichnung der bayerischen SPD, ist deshalb die angemessene Ehrung für den langjährigen Sozialdemokraten. Dass die bayerische SPD-Vorsitzende nach Erding kam, zeigt ihre besondere Wertschätzung. „Als ich vor zehn Jahren Generalsekretärin wurde, dauerte es nicht lang, und Horst hatte mich in seinen Kampf gegen den Rechtsextremismus eingebunden. Dies war und ist eines seiner bestimmenden Themen, und ich bin ihm besonders dankbar, dass ich durch ihn noch Max Mannheimer kennenlernen durfte, jenen unverbrüchlichen Zeitzeugen der Gräuel des Dritten Reiches.“

Der heute 67-jährige Pädagoge Horst Schmidt hat nicht nur sein ehrenamtliches Engagement der Sozialdemokratie gewidmet, sondern auch weite Teile seines beruflichen Lebens. Hauptsächlich als Geschäftsführer des Bayernforums der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigte er, wie wichtig Aufklärung und politische Bildung sind. „Besonders in Bayern“, fügte Natascha Kohnen hinzu, „denn eine Stunde Sozialkunde in der Schule, das reicht einfach nicht aus“.

Aber die Landesvorsitzende hob auch noch ein anderes Herzensthema des altgedienten Politikers hervor. „Ich selbst bin mit dem Kampf gegen die WAA Wackersdorf politisch groß geworden. Später freute ich mich besonders, dass Horst dabei war, als es 2010 gegen Angela Merkels Ausstieg aus dem rot-grünen Atomausstieg ging. Er organisierte Demonstrationen und Kampagnen und war als langjähriges Bund-Naturschutz-Mitglied schon früh für die Energiewende.“

Dass es ohne Horst Schmidt keine Erdinger Landtagsabgeordnete Hildegard Kronawitter gegeben hätte, war die klare Botschaft der zweiten Laudatorin. „Der Horst hat mich geholt. Wir kannten uns schon länger vom Wirtschaftsforum der SPD her.“ Da habe ihn der frühere Landesvorsitzende Volkmar Gabert mit den Worten vorgestellt: „Das ist Horst Schmidt, der kann was.“ Davon habe sie während ihrer zehn Jahre im Erdinger Landkreis immer wieder profitiert. „Er ist einfach kollegial, konstruktiv und impulsgebend.“ Ein Lob, das die Moderatorin des Abends, Gertrud Eichinger, gern bestätigte, als sie Horst Schmidt das Mikrofon zum Schlusswort reichte.

Dieser begann mit seinem Namensvetter Helmut Schmidt, der an seinem 95. Geburtstag sagte: „Meine Fehler habt Ihr verschwiegen und das Loben übertrieben.“ Ein bisschen fühle er sich so, schmunzelte Horst Schmidt. Er habe sich bemüht, politische Aufklärung und politische Zusammenarbeit zu stärken, beispielsweise mit Organisationen wie „Bunt statt Braun“ oder mit der Flüchtlingshilfe. Weshalb Schmidt auch aufrief, am 29. April in Moosinning gegen AfD-Rechtsaußen Alexander Gauland zu demonstrieren. In der Innenpolitik forderte der Politiker auf, für ein besseres Bodenrecht im Sinn der Eigentumsverpflichtung durch das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung zu kämpfen.

Die Arbeit wird ihm also nicht ausgehen, weder in Erding noch auf Bundesebene. „Ich habe mich zwar beruflich viel mit Geschichte beschäftigt, denn man kann und muss daraus viel lernen. Entscheidend sei aber die konkrete Arbeit in Partei und Gesellschaft.“ Weshalb er abschließend Georg von Vollmar zitierte, einen der Gründerväter der bayerischen Sozialdemokraten. Der habe, angesichts des erbitterten Streits zwischen Bebel-Anhängern und Berstein-Gefolgsleuten nur gesagt: „Diese theoretischen Auseinandersetzungen brauche ich nicht. Mir genügt es, Sozialdemokrat zu sein.“ Horst Schmidt sprach’s, nahm ebenso gerührt wie gutgelaunt die Vollmar-Medaille aus der Hand von Natascha Kohnen entgegen und leitete über zum gemütlichen Teil des Abends. (pm)