14.09.2018, 00:04 Uhr

Großkundgebung der CSU in Moosburg Ministerpräsident Markus Söder trifft auf 600 Startbahngegner


Dr. Markus Söder und die CSU hatten zur Wahlkampfveranstaltung ins Moosburger Bierzelt eingeladen. Vor dem Festzelt gab es eine beeindruckende Gegenveranstaltung der Startbahngegner.

MOOSBURG Über 600 friedliche Startbahngegner, Fernsehteams aus der ganzen Republik und etwa 2.000 politisch Interessierte trafen auf dem Moosburger Viehmarktplatz bei der Großkundgebung der CSU vor oder im Festzelt aufeinander.

Musikgruppen spielten auf einer eigens eingerichteten Bühne, Vertreter aller Parteien, die die Startbahn ablehnen, waren vor Ort, und aus Freising kamen sogar zwei Busse mit Aktivisten angefahren.

Das Aktionsbündnis AufgeMUCkt hatte dazu aufgerufen, dem Ministerpräsidenten „klarzumachen, was die Region bereits heute erträgt und dass Bayern keine dritte Starbahn braucht.“

Landtagskandidat Johannes Becher von den Grünen kam im Anti-Startbahn-Shirt und meinte: „Wir zeigen dem Oberbetonierer heute noch einmal, dass wir keine dritte Startbahn brauchen.“

Dr. Christian Magerl bestätigte: „Wer für die dritte Startbahn ist, wird hier nicht gewählt. Die neuesten Umfragewerte sind aus meiner Sicht sensationell. Jetzt liegt die Wahrheit in der Urne.“ Attenkirchens Bürgermeister Martin Bormann schlug in die gleiche Kerbe: „Wir wollen dem Ministerpräsidenten nochmal zeigen, dass er die Bevölkerung nicht hintergehen kann. Bei den Umfrageergebnissen der CSU ist noch viel Luft nach unten.“

Nicht nur er, auch der dritte Moosburger Bürgermeister Dr. Michael Stanglmaier mussten dann draußen bleiben. Startbahngegner mit entsprechenden Plakaten, Ansteckern oder bedruckten T-Shirts wurden ausnahmslos nicht ins Festzelt gelassen. Stanglmaier nahm‘s gelassen: „Im Bierzelt gibt es ohnehin nur eine Standardwahlrede, das ist nicht so schlimm. Aber das Thema Startbahn komplett aus dem Wahlkampf herauszuhalten ist undemokratisch. Man sollte seine Meinung als Politiker öffentlich machen.“

Moosburgs Erste Bürgermeisterin Anita Meinelt äußerte sich diplomatisch: „Wir sind froh über den Flughafen und der Flughafen ist auch unser Partner, aber bei der dritten Startbahn sind sich Stadt und Landkreis einig, da gibt‘s koan Radi.“

Staastminister Dr. Florian Herrmann ist Direktwahl-Kandidat im Wahlreis. Er meinte vier Wochen vor der Wahl: „Dass wir im Kreis gegen die Startbahn sind, ist nichts Neues. Wir wollen in den verbleibenden Wochen aber die 50 Prozent noch unentschlossener Wähler von unserer guten Arbeit überzeugen.“ In seiner Begrüßung betonte er dies auch noch einmal und unterstrich, was die CSU bisher mit bewirkt habe: „Bayern ist das sicherste Land, es gibt keine no-go-areas, keine Bandenkriege. Wir sind ein Land der Vollbeschäftigung, hier herrscht sozialer Frieden, und wir haben Bayern mit an die Spitze geführt. Wir wollen weiter für stabile Verhältnisse sorgen.“

Die alle paar Minuten von draußen eingespielten Flugzeug-Startgeräusche brachten weder Herrmann noch Söder aus dem Konzept. Der gut gelaunte Ministerpräsident hielt schließlich seine einstündige Rede, erhielt viel Zwischenapplaus und „Bravo“-Rufe, und die einzigen drei Störer wurden dezent aus dem Bierzelt entfernt. Söder betonte, wie wichtig ihm „sein“ Land ist, wie gut es Bayern gehe, und dass mit den örtlichen CSU-Vertretern wie Dr. Florian Herrmann, Erich Irlstorfer und Simon Schindlmayr kompetente und fähige Kräfte für die Anliegen der Bürger kämpfen würden.

Der Ministerpräsident spannte dann den Bogen vom Thema Pflegenotstand und Integration bis hin zur Parteienlandschaft und Sicherheit. Er prangerte unter anderem an, dass Landwirte jeden Schritt ihrer Kühe dokumentieren müssen, während man nicht wisse, welche Zuwanderer im Land seien.

Immer wieder betonte er die Sonderstellung Bayerns in Deutschland: „Chemnitz, das G20-Chaos oder die Vorkommnisse zu Silvester in Köln wären in Bayern nicht passiert.“

Ungeachtet der schlechten Umfragewerte für sich und seine Partei zog Söder ein positives Fazit der bisherigen Regierungsarbeit. Familien- und das Pflegegeld, neue Stellen für Lehrer und Polizisten, vieles sei innerhalb kurzer Zeit geschaffen worden, so Söder.

Sein Fazit lautete: „In Deutschland ist das Rückgrat Bayern, und in Bayern ist das Rückgrat die CSU.“ Er liebe dieses Land, und er wolle auch in diesen schwierigen Zeiten die Verantwortung tragen, so Söder.

Für seinen Schlussatz „Ich bin der Markus, und da bin ich daheim!“ gab es im Festzelt sogar Standing Ovations.

Im Regen draußen fand sich zu diesem Zeitpunkt nur noch ein Häuflein Startbahngegner, die den letzten „Überflug“ hörten, während drinnen im Bierzelt die Bayernhymne erklang.


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