24.11.2017, 11:28 Uhr

Afrikanische Schweinepest Tierseuchen-Übung am Landratsamt

Landrat Heinrich Trapp mit Oberregierungsrätin und FüGK-Leiterin Elisabeth Fischer (von links), Kathrin Kolbeck, Dr. Isabel Fischer-Reska und Dr. Petra Loibl, der Leiterin der Abteilung Veterinärwesen, während der Tierseuchen-Übung. (Foto: Landkreis)Landrat Heinrich Trapp mit Oberregierungsrätin und FüGK-Leiterin Elisabeth Fischer (von links), Kathrin Kolbeck, Dr. Isabel Fischer-Reska und Dr. Petra Loibl, der Leiterin der Abteilung Veterinärwesen, während der Tierseuchen-Übung. (Foto: Landkreis)

Appell an Landwirte und Jäger: Hygienevorschriften beachten!

DINGOLFING Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis hätte verhängnisvolle Konsequenzen für die landwirtschaftliche Schweinehaltung und die Jagd. Was im Ernstfall zu tun wäre, das hat die Abteilung Veterinärwesen zusammen mit der Führungs-Gruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landratsamtes sowie Vertretern von Polizei und Technischem Hilfswerk bei einer Tierseuchen-Übung im Landratsamt geprobt.

„Wir wollen keine Panik verbreiten. Aber wir möchten uns bei den regelmäßig stattfindenden Tierseuchen-Übungen optimal vorbereiten, damit wir schnell reagieren können, wenn es nötig ist“, sagt Dr. Petra Loibl, die Leiterin der Abteilung Veterinärwesen in Dingolfing-Landau. Zusammen mit Oberregierungsrätin Elisabeth Fischer, der Leiterin FüGK, und Ulrich Schüll, Katastrophenschutz-Sachbearbeiter am Landratsamt, hat sie die Übung mit rund 40 Teilnehmern koordiniert.

Das Szenario, von dem die Übungsteilnehmer ausgingen: Ein Jäger aus Tschechien besucht einen befreundeten Schweinehalter aus dem Landkreis Dingolfing-Landau und bringt als Gastgeschenk ein erlegtes Wildschwein mit. Während seines Besuches lässt sich der Jäger durch den Schweinestall seines Bekannten führen – mit verheerenden Folgen: Die Hausschweine infizieren sich mit dem ASP-Virus, das der Jäger eingeschleppt hat.

Tatsächlich wurden in Tschechien in jüngster Vergangenheit mehrere Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei über 100 Wildschweinen bestätigt. Um eine Verschleppung der Tierseuche zu verhindern, sind Landwirte und Jäger zur besonderen Vorsicht und zur Einhaltung aller Hygienevorschriften angehalten.

In dem der Übung zugrunde liegenden Fall ist es schon zu spät: Die Hausschweine des Landwirts – mehrere hundert an der Zahl – müssen gekeult, ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet festgelegt werden. Landwirte, Viehhändler und Jäger gilt es rasch zu verständigen – und auch die Bevölkerung muss informiert werden.

Während der mehrstündigen Übung erledigten verschiedene Teams ihre Aufgaben – und das sehr vorbildlich, wie Landrat Heinrich Trapp am Ende feststellte. Trapp informierte sich vor Ort über den Ablauf und lobte sowohl die internen als auch die externen Kräfte, die Hand in Hand zusammenarbeiteten. „Wir hoffen sehr, dass der Ernstfall nie eintreten wird. Aber es beruhigt mich auch zu wissen, dass wir gut vorbereitet sind“, so Trapp.

Die Afrikanische Schweinepest endet für Haus- und Wildschweine fast immer tödlich. Für den Menschen besteht keine Gefahr. Auch der Verzehr von möglicherweise infiziertem Fleisch ist unbedenklich.

Schweinehalter und Jäger können einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest vorbeugen, indem sie die geltenden Hygienevorschriften genau befolgen. Darüber hinaus sind Jäger angehalten, im Sinne eines Frühwarnsystems verendete Wildschweine untersuchen zu lassen. Nähere Hinweise dazu sind auch auf der Homepage des Landkreises unter www.landkreis-dingolfing-landau.de zu finden.

Gleichzeitig bittet das Landratsamt, weitestgehend auf die Jagd im Ausland, insbesondere in Osteuropa, zu verzichten und keinesfalls Trophäen oder Fleischprodukte einzuführen. Diese dürften keinesfalls mit der heimischen Tierwelt in Berührung kommen, um einen Ausbruch der Seuche zu vermeiden. Aus dem gleichen Grund sollten auch Touristen keine Fleischprodukte aus dem Ausland mitbringen.


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