20.02.2019, 12:03 Uhr

Politik wachgerüttelt Das Tierleid ist unerträglich

(Foto: kukushka/123RF)(Foto: kukushka/123RF)

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber fordert eine drastische Reduzierung internationaler Tiertransporte.

BAYERN „Es ist unerträglich und moralisch nicht hinnehmbar, wie die Tiere leiden müssen, weil bei manchen grenzüberschreitenden Transporten die Tierschutzvorschriften nicht eingehalten werden“, findet Kaniber. Die Transporte müssten unbedingt auf den Prüfstand gestellt werden, um das Tierwohl sicher zu stellen. „Die grausamen Bilder, die zeigen, wie in manchen außereuropäischen Ländern die Tiere transportiert und geschlachtet werden, können niemand kalt lassen.“

Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle Entschließung des Europaparlaments zum Schutz von Tieren innerhalb der EU und in Drittländern. „Die dazu vorgelegte Mängelliste enthält wichtige Hinweise, was jetzt geschehen muss.“ Diese Liste müsse nun abgearbeitet werden. In der Entschließung wird unter anderem gefordert, „schwarze Listen“ von Transportunternehmen zu erstellen, die sich nicht an die bestehenden Verordnungen halten. Es wird auch eine bessere Zusammenarbeit der Behörden vorgeschlagen. Sie sollten über technische Überwachungssysteme die Transporte jederzeit lokalisieren können. Außerdem wird vorgeschlagen, die unangekündigten Kontrollen durch Lebensmittel- und Veterinärämter zu erhöhen. Um Transporte zu vermeiden, sollen ortsnahe Schlachtungen unterstützt werden.

Landwirtschaftsministerin Kaniber appelliert daran, das Tierwohl in den Vordergrund zu stellen. „Ich bin der Meinung, dass die Exporte von Zuchttieren in Drittländer auf wirklich wertvolle Tiere, die dort auch nachhaltig für Zuchtzwecke genutzt werden, beschränkt werden sollten. Kontrollen auf allen Ebenen bis hin zum Bestimmungsort sind dafür notwendig.“


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