17.12.2018, 10:40 Uhr

Entsalzungsanlage Deggendorfer Umweltingenieure helfen in Afrika


Projekt zur Entsalzung von Grundwasser in Kenia.

DEGGENDORF/KENIA Salzhaltiges Grundwasser ist ein Problem, das gerade ärmere Länder, die ohnehin unter Wassermangel leiden, vor eine große Herausforderung stellt. Drei Umweltingenieure aus Deggendorf stellen sich dieser Herausforderung und arbeiten an der Installation von Entsalzungsanlagen in Kenia. Um über ihr Projekt zu informieren, trafen sich Niclas Dehmel, Christoph Dobler und Raphael Wagensonner mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Erndl an der TH Deggendorf. Erndl ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und dort unter anderem Berichterstatter für die Region Ostafrika, zu der auch Kenia gehört. Der Abgeordnete, selbst Ingenieur, zeigte sich begeistert: „Wir haben hier ein schönes Projekt, das dazu beiträgt, die Situation der Wasserversorgung vor Ort zu verbessern.“

Das Entsalzungsprojekt der drei Ingenieure läuft bereits im keniaischen Dorf Pundamilia. Dort betreibt die Ordensgemeinschaft „Sisters of Mary“ eine Grundschule und eine Krankenstation. Der örtliche Brunnen fördert nur salzhaltiges Grundwasser. Im Winter wird Regenwasser gesammelt und im Sommer sind die Menschen auf Wassertransporte angewiesen. Bei Dürre kann es sein, dass diese Transporte ausfallen, in Deutschland ein unvorstellbarer Zustand.

Die deutsche Hilfsorganisation Servir e.V. und der internationale Orden der Salesianer Don Boscos haben sich an die Ingenieure gewandt, um die Situation vor Ort verbessern zu können. Im November reisten Dehmel und Dobler in die kleine Stadt Makuyua, wo der Orden der Salesianer eine technische Berufsschule sowie mehrere Betriebe unterhält. Dort führten sie eine Ausbildung im Aufbau der Entsalzungsmodule durch. Vier Module wurden als Testanlage bei den Sisters of Mary in Pundamilia installiert. Die solare Entsalzungsanlage wird nur mit der Sonneneinstrahlung, ohne elektrischen Strom betrieben. Pro Modul werden fünf Liter Trinkwasser am Tag entsalzen. Dieses Wasser wird in einem 250 Liter fassenden Trinkwassertank gespeichert und wenn in der Trockenzeit die Wassertransporte ausbleiben, kann dieses Wasser genutzt werden. Bei der nächsten Reise soll die Anlage vergrößert werden, um auch die Schüler der Grundschule und die Patienten der Krankenstation im Notfall mit Trinkwasser zu versorgen.

Im Norden und im Osten Kenias gibt es weitere Gebiete mit salzhaltigem Grundwasser, berichtete Raphael Wagensonner. Diese Gebiete sind so trocken, dass auch keine Landwirtschaft möglich ist. Die solaren Entsalzungsmodule könnten die Menschen in diesen Regionen zumindest mit Trinkwasser versorgen. Thomas Erndl lobte die Arbeit der Umweltingenieure: „Wir haben hier junge, innovative Köpfe aus der Region, die zu einer besseren Welt beitragen möchten und dies mit ihrer Arbeit auch können. Erndl versprach, „zu helfen, wo es geht, um dieses wundervolle Projekt weiterzubringen.“


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