28.02.2018, 10:30 Uhr

One Billion Rising Deggendorf tanzt gegen Gewalt und Missbrauch

Über 400 Tänzer beteiligten sich im vergangenen Jahr an „Eine Milliarde tanzt“ in Deggendorf. In diesem Jahr sollen es noch mehr werden. (Foto: Frauennotruf Deggendorf e.V.)Über 400 Tänzer beteiligten sich im vergangenen Jahr an „Eine Milliarde tanzt“ in Deggendorf. In diesem Jahr sollen es noch mehr werden. (Foto: Frauennotruf Deggendorf e.V.)

One Billion Rising Flashmob am 8. März am Stadtplatz.

DEGGENDORF Die Zahlen sind erschütternd! Jeder dritten Frau in der Welt wird Gewalt angetan. Das sind eine Milliarde Frauen (one billion). Um sich dagegen aufzulehnen, wurde die weltweite Protestaktion „One Billion Rising“ als Symbol weltweiter Frauensolidarität ins Leben gerufen. Auch Deggendorf wird Krawall machen und gegen Gewalt und Missbrauch an Frauen sowie Kindern antanzen.

Größtenteils ist die diesjährige Aktion bereits über die Bühne gegangen. Am 14. Februar 2018 haben in 180 Orten rund 60000 Menschen allein in Deutschland an „One Billion Rising“ teilgenommen. In manchen Städten sogar mehrfach.

In Deggendorf wird der Tanz-Flashmob durch den Frauennotruf in Zusammenarbeit mit Schulen des Landkreises und der Tanzschule Loring organisiert. „Aber am 14. Februar waren Schulferien, weshalb wir unseren Flashmob am 8. März durchführen“, erklärt Karina Nopper, Vorstand des Frauennotruf Deggendorf e. V. An diesem Tag ist der Weltfrauentag, weshalb das Datum gut gewählt ist. Das Sankt Michael Gymnasium in Metten und die Wirtschaftsschule Deggendorf sind bereits fest dabei. Andere Schulen haben ihr Interesse bekundet.

„Im letzten Jahr waren wir über 400 Tänzer“, sagt Karina Nopper. Sie hofft, diese Zahl in diesem Jahr noch deutlich übertreffen zu können. Getanzt wird eine bestimmte Choreografie zu einem bestimmten Lied.

Die Frauennotruf-Vorsitzende hat zwar auch Stimmen gehört, wonach trotz des Tanzes keine Frau auf dieser Welt weniger geschlagen wird. Sie hält die Aktion trotzdem für richtig und wichtig. „Es geht darum, die Leute wachzurütteln und auch den Frauennotruf bekannter zu machen“, begründet sie. Denn obwohl es die Einrichtung für Frauen bereits seit 25 Jahren in Deggendorf gibt, ist sie vielen noch immer unbekannt.

Dabei können sich die Mitarbeiterinnen über Arbeit wahrlich nicht beklagen. „Wir haben 130, 140 neue Klientinnen pro Jahr“, berichtet Karina Nopper. „Manche sind zwischen einem halben und einem dreiviertel Jahr bei uns.“

Und das, obwohl es wirklich lange dauert, bis eine gepeinigte Frau Hilfe sucht. „Die Faustregel lautet, dass es sich eine Frau sieben Jahre lang gefallen lässt“, weiß sie.

Übrigens: Mittanzen darf am Donnerstag, 8. März, von 14 bis 16 Uhr am Oberen Stadtplatz jeder. Schließlich soll weltweit eine Milliarde Menschen tanzen, um der Welt zu zeigen, wie eine Milliarde aussieht.


0 Kommentare