03.05.2019, 11:39 Uhr

Brigadegefechtsübung „Berglöwe“ Gebirgsjäger kämpfen vom 11. bis 23. Mai unter realen Bedingungen

(Foto: Gebirgsjägerbrigade 23)(Foto: Gebirgsjägerbrigade 23)

Die Fähigkeit, im schwierigen Gelände zu kämpfen, ist Aufgabe eines jeden Gebirgsjägers. Dafür bedarf es einer intensiven, stetigen und anspruchsvollen Ausbildung. Den Nachweis ihres besonderen Fähigkeitsprofils werden die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 im Rahmen der Übung „Berglöwe“ unter Beweis stellen.

BAD REICHENHALL Vom 11. bis 23. Mai werden bis zu 1.200 Soldaten in einer freilaufenden Gefechtsübung ihr militärisches Handwerk nachweisen. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft der Gebirgsjägerbrigade 23 zur Landes- und Bündnisverteidigung – dem Kernauftrag der Bundeswehr – sicherzustellen.

Vorbereitungen laufen unter Hochdruck

Seit gut einem Jahr laufen die Vorbereitungen auf das Großereignis. Bereits 2018 wurde die Übung Berglöwe durchgeführt. Dieses Jahr wird das Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald im Schwerpunkt beübt. Die Besonderheit der Übung liegt in ihrem freilaufenden Charakter. Geübt wird nicht nur auf den Übungsplätzen – auch der öffentliche Raum wird mit einbezogen. Die Rahmenbedingungen werden dabei durch die Übungsleitung gesteckt. Es gibt jedoch kein detailliertes „Drehbuch“, wodurch den militärischen Führern aller Ebenen größtmögliche Entscheidungsfreiheit gewährt wird. „Zum einen werden wir alte Wege neu beschreiten und auf den Erfahrungen von Berglöwe 2018 aufbauen, zum anderen werden auch neue Inhalte wie zum Beispiel die geplante Gewässerüberquerung Bestandteil des Berglöwen 2019 sein“, berichtet Oberstleutnant Eike Gudat vom Stab der Gebirgsjägerbrigade 23, der Projektverantwortliche für die Übung. Auch wenn dies für die Bevölkerung noch nicht erkennbar ist, so startet die Übung bereits am 6. Mai 2019 mit der Befehlsausgabe des Brigadekommandeurs an seine Verbände. Dieser Befehl muss nun umgesetzt werden, bis am 11. Mai die ersten Gefechtsfahrzeuge via Bahntransport in die Verfügungsräume bei Rosenheim verlegen. Die Verbände nutzen die Zeit, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um ihre Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Größtmögliche Transparenz und Information der Bevölkerung

Die zuständigen Behörden frühzeitig zu informieren und einzubinden, war dem Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Jared Sembritzki, wichtig. Bereits am 28. März wurden daher Vertreter der betroffenen Landkreise und Gemeinden, der Polizei sowie des Bayerischen Bauernverbands, der Bayerischen Staatsforsten, der Bergwacht und der Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins im Offizierheim der Gebirgsjägerbrigade 23 über die Übung informiert und entsprechende Anpassungen beim Übungsverlauf vorgenommen.

Auch die Bevölkerung wird umfassend und fortlaufend über die Übung informiert, um größtmögliche Transparenz zu schaffen. Daher werden am 7. Mai Flugblätter in den Übungsräumen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land verteilt. Zudem ist ab sofort innerhalb der Dienstzeit und im Kernübungszeitraum vom 11. bis 23. Mai rund um die Uhr ein Bürgertelefon eingerichtet, das für etwaige Fragen, Sorgen oder Nöte bereitsteht. Das Bürgertelefon ist unter 08651 / 79 33 30 zu erreichen.

Des Weiteren informiert die Gebirgsjägerbrigade 23 während des gesamten Übungszeitraums tagesaktuell über neue Entwicklungen in den regionalen Medien und auf Facebook „Die Bundeswehr in Bayern“.

Am 8. Mai von 9 bis 15 Uhr besteht zudem bei einem Informationstag für die Bevölkerung in Rosenheim am Ludwigsplatz am Gerinne die Möglichkeit, offene Fragen zu klären und persönlich mit Vertretern der Gebirgsjägerbrigade 23 in Kontakt zu treten.

Sicherheitshinweise für die Bevölkerung

Militärkolonnen

Es werden rund 250 Gefechtsfahrzeuge und Großgerät auf den Straßen der Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land unterwegs sein. Die Militärkolonnen bewegen sich mit einer maximalen Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Sie dürfen aus Sicherheitsgründen nicht überholt oder durch einfahrende Fahrzeuge unterbrochen werden. Insbesondere zu Kettenfahrzeugen ist aufgrund des sehr kurzen Bremsweges ausreichend Sicherheitsabstand zu halten. Die Kolonnen sind dazu befugt, rote Ampeln zu überfahren. Daher ist besondere Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer geboten, da nicht alle Kolonnen durch Polizei und Feldjäger abgesichert werden.

Übungstruppe

Der Großteil der an der Übung beteiligten 1.200 Soldaten trägt reguläre Uniformen der Bundeswehr. Um die Übung allerdings so realistisch wie möglich zu gestalten, werden einige duzend Gebirgssoldaten auch die Rolle von irregulären Kräften annehmen. Diese Soldaten tragen keine regulären Uniformen. Sie sind für die Bevölkerung daran zu erkennen, dass sie Bundeswehrfahrzeuge nutzen und blaue Arbeitsanzüge, sogenannte „Blaumänner“, mit roten Armbinden tragen.

Luftraum

Bereits ab dem 14. Mai kommen auch Hubschrauber (Transporthubschrauber, Rettungshubschrauber etc.) zum Einsatz. Zusätzlich werden sich über den Übungszeitraum auch Aufklärungsdrohnen im Übungsraum befinden. Informieren Sie sich daher als Luftraumnutzer vorab über Einschränkungen im Luftraum.

Verhalten beim Auffinden von Munition

Das Berühren und Aneignen von Munition und Munitionsteilen ist verboten. Sollten Sie Munition finden, wenden Sie sich bitte an das Bürgertelefon, damit eine fachgerechte Beseitigung erfolgen kann.


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