07.05.2018, 12:05 Uhr

Sicherheitslage ist sehr gut Sicherheitsgespräch im Landkreis Berchtesgadener Land

Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (links), überreicht Landrat Georg Grabner den Sicherheitsbericht 2017 (Foto: Landratsamt BGL)Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (links), überreicht Landrat Georg Grabner den Sicherheitsbericht 2017 (Foto: Landratsamt BGL)

Polizeipräsident Kopp: 3 von 4  Fällen werden im Berchtesgadener Land aufgeklärt. Die Gewaltkriminalität ist gesunken. Mehr Rauschgiftdelikte wurden verzeichnet.

BERCHTESGADENER LAND „Trotz Bevölkerungszuwachs und ganzjährig hohen Gästezahlen im Tourismus ist die Sicherheitslage im Landkreis Berchtesgadener Land weiterhin sehr gut. Die Menschen können hier sicher leben, so Polizeipräsident Robert Kopp bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts 2017 im Landratsamt Berchtesgadener Land. Die Aufklärungsquote ist laut Polizeistatistik von 69 auf über 72 Prozent gestiegen. 3.535 Fälle wurden damit aufgeklärt.

Insgesamt ergebe sich mit insgesamt 4.904 Fällen ein geringfügiger Anstieg von 57 Straftaten (+1,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Im langjährigen Vergleich ist aber ein starker Rückgang zu verzeichnen: 2009 lag die Zahl der Straftaten noch bei 5.583 Fällen. Auffällig ist der starke Rückgang der Gewalt- und der Straßenkriminalität um jeweils 15 Prozent. Die Wohnungseinbrüche sind sogar um 26 Prozent auf nur noch 34 Fälle zurückgegangen. Zur Anzeige gebracht wurden auch 704 Rohheitsdelikte wie Raub oder Körperverletzungen. Bei den 2.957 Tatverdächtigen lag der Zuwandereranteil mit 347 Personen bei 11,8 Prozent, ein sehr niedriger Wert im Vergleich zu anderen Landkreisen, so Polizeipräsident Kopp. Landrat Georg Grabner dazu: Das bestätigt unser Vorgehen in der Vergangenheit, indem wir Migranten auf alle Gemeinden gleichmäßig verteilt haben und damit das Konfliktpotenzial vermindert haben. Zusätzlich sei dabei auch die wertvolle Arbeit der Helferkreise hervorzuheben.

Ein steigendes Betätigungsfeld der Polizei ist die Rauschgiftkriminalität mit 742 Fällen, die gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent angestiegen sei. Problematisch sei dabei, dass die verstärkte öffentliche Entkriminalisierungs- bzw. Legalisierungsdiskussion das Konsumverhalten beeinflusst. Eine Legalisierung von Einstiegsdrogen löse keine Probleme, so Kopp. „Stellen Sie sich vor wir legalisieren und Österreich verbietet weiterhin. Dann haben wir einen Tourismus der anderen Art.“ Die Zunahme der Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftdelikte lasse sich auf die Fahndungserfolge der Schleierfahndung zurückführen. Insgesamt hob der Polizeipräsident die hervorragende Arbeit seiner Kollegen in den Polizeiinspektionen hervor und lobte die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen, mit der Bundespolizei, mit dem Landratsamt und den Gemeinden.

Die Kriminalitätsentwicklung zeige rückläufige Diebstahlsdelikte (2017: 1.101 Fälle), jedoch einen Anstieg bei den Sexualdelikten auf 77 Fälle. Gerade die Strafrechtsverschärfung nach der Kölner Silvesternacht habe dazu geführt, dass mehr Fälle angezeigt werden und seitdem auch strafrechtlich belangt werden. Als unerträglich bezeichnete Kopp Gewaltdelikte gegen Einsatzkräfte der Rettungsorganisationen und der Feuerwehren im Einsatz. Die Polizeiinspektionen wirken deshalb auch bei Veranstaltungen dieser Organisationen darauf hin, dass geringste Vorfälle dieser Art der Polizei mitgeteilt werden.

Ein weiteres Thema des Sicherheitsgespräch war die Verkehrsunfallbilanz 2017. Im Landkreis ereigneten sich insgesamt 3.138 Verkehrsunfälle (+ 3 Prozent). Bei den Personenschäden sei dabei mit 495 Geschädigten der Tiefststand im langjährigen Vergleich festzustellen – und das trotz steigendem Verkehrsaufkommen und erhöhter Zulassungszahlen. Besondere Risikogruppen seien Kinder, junge Erwachsene, Motorradfahrer und Senioren. Hinsichtlich der Fahrradsicherheit appellierte Polizeipräsident Kopp: „Erwachsene sollten Kindern Vorbild sein und immer einen Fahrradhelm tragen!“

Landrat Georg Grabner dankte Polizeipräsident Robert Kopp abschließend für die umfassenden Informationen zur Sicherheitslage im Landkreis Berchtesgadener Land und „insbesondere allen Polizeibeamtinnen und -beamten für ihre Arbeit im Dienste der Sicherheit unserer Bevölkerung“.


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