06.02.2018, 13:25 Uhr

Auszeichnung Ehrenmedaillen an Ingrid Bödeker und Josef Häusler verliehen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA (Foto: Buthke)OLYMPUS DIGITAL CAMERA (Foto: Buthke)

Die Große Kreisstadt Traunstein würdigte das kommunalpolitische Engagement der ehemaligen Stadträte.

TRAUNSTEIN Bei einer Feierstunde im Großen Sitzungssaal des Traunsteiner Rathauses verlieh Oberbürgermeister Christian Kegel den ehemaligen Stadträten Ingrid Bödeker und Josef Häusler die Ehrenmedaille der Großen Kreisstadt Traunstein. Seit 1973 wird diese Auszeichnung an Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderer und ganz unterschiedlicher Weise um die Stadt Traunstein verdient gemacht haben. Die Ehrenmedaille ist eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Traunstein. Sie wurde erst an 36 Personen vergeben. Musikalisch gestaltet wurde der Festakt von der „Lehrertanzlmusi“ der Städtischen Musikschule Traunstein.

„In der Kommunalpolitik ehrenamtlich engagiert zu sein, ist nicht immer einfach“, betonte Kegel. Im Lauf ihrer langjährigen Tätigkeit als Stadträte hätten Bödeker und Häusler an vielen Entscheidungen mitgewirkt. „Sie mussten Durchhaltevermögen beweisen und mitunter auch unpopuläre Entscheidungen treffen, weil es eben keine für alle „richtige“ Politik gibt und es mitunter schwer ist, verschiedene Interessen miteinander zu verbinden“, sagte das Stadtoberhaupt. Die Geehrten seien in die Politik gegangen, um etwas zu bewegen. Sie hätten Verantwortung übernommen und als Stadträte für die Stadt gewirkt, der sie sich verbunden fühlten. Sie hätten viel von der eigenen Zeit, den eigenen Ideen und Kräften aufgewandt, um bürgerschaftlich und ehrenamtlich tätig zu sein, nicht nur als Stadträte, sondern weit darüber hinaus.

Bödeker engagierte sich von 1996 bis 2017 als Stadträtin und setzte sich für die Belange der Stadt Traunstein ein. Sie war in dieser Zeit 14 Jahre Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, sechs Jahre Jugendreferentin und neun Jahre Seniorenreferentin. Außerdem gehörte sie zahlreichen Ausschüssen und Arbeitsgruppen an. In den Jahren 2016 und 2017 war sie Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtmarketing GmbH Traunstein.

Darüber hinaus war sie ehrenamtlich im Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Traunstein aktiv. Von 2006 bis 2012 war sie stellvertretende Vorsitzende des ESV Traunstein. Heute noch kümmert sie sich bei der Traunsteiner Tafel um die Bedürftigen in der Stadt Traunstein.

Nach 21 Jahren als Stadträten sei es an der Zeit gewesen, das Amt in jüngere Hände zu legen, erklärte Bödeker. Es sei eine schöne, nicht immer konfliktfreie Zeit gewesen. Anhand einiger Beispiele zeigte sie auf, dass in der Stadt Traunstein viel geschehen sei. In besonderer Erinnerung sei ihr der August 2002 geblieben, als die untere Stadt gerade noch vom Hochwasser verschont wurde, so Bödeker. Dabei hätten sich die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt bezahlt gemacht. Besonders am Herzen gelegen hätten ihr die Klosterkirche, der Salinenpark und die Städtepartnerschaften. Die Jahre im Stadtrat hätten ihr Leben bereichert und ihren Horizont erweitert, unterstrich Bödeker.

Häusler hat sich von 1996 bis 2016 als Stadtrat und Forstreferent sowie im selben Zeitraum als Aufsichtsrat der Stadtwerke Traunstein für die Belange der Stadt Traunstein eingesetzt. Daneben war er aktives Mitglied in zahlreichen Ausschüssen.

Neben seinem politischen Ehrenamt war der Gärtnermeister Gründer und Vorstand der Junggärtnergruppe Traunstein, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner, Obermeister der Gärtner in Traunstein sowie stellvertretender Bezirksobermeister im Bayerischen Gärtnerverband. Noch heute ist er als Friedhofsprüfer tätig und hält Vorträge bei Gartenbauvereinen. Für die katholische Kirche setzte er sich von 1990 bis 2016 im Vorstand des Pfarrgemeinderats Heilig Kreuz ein. Seit 2007 ist er außerdem als Vorsitzender, Schauspieler und Kulissenbauer für das Fabriktheater ehrenamtlich tätig.

Er habe immer wieder gute Wegbegleiter ins ehrenamtliche Leben gehabt, sagte Häusler. Mit 14 Jahren sei er 1960 nach Traunstein in die Gärtnerei Dobiasch gekommen. 1970 habe er die Junggärtnergruppe Traunstein gegründet. Als Landesvorsitzender habe es viel zu tun gegeben. Als tiefgreifendstes Ereignis seiner Stadtratstätigkeit nannte er die Diskussionen um den Bau des Krematoriums am Waldfriedhof. Der Waldfriedhof liege ihm sehr am Herzen, weshalb er noch gerne seine „Friedhofsgangerl“ mache, so Häusler. Ebenso habe es ihm der Stadtwald angetan.

In seinem Schlusswort meinte der Oberbürgermeister, jede Gemeinschaft sei darauf angewiesen, dass sich ihre Mitglieder für das verantwortlich fühlten, was um sie herum geschehe. „Ich bin sehr dankbar, dass wir in unserer Stadt Menschen haben, die sich, oftmals seit Jahren oder Jahrzehnten, ehrenamtlich einbringen.“ An die zahlreichen Festgäste gerichtet sagte Kegel, durch ihr Kommen hätten sie ihre Sympathie und Wertschätzung für die jüngsten Träger der Ehrenmedaille zum Ausdruck gebracht.


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