30.11.2018, 15:10 Uhr

Geburtstagsfeier Joli, i hol di mid da Zündapp ab

Der Jubilar dreht eine Runde auf seinem Gefährt. (Foto: Mühlbauer)Der Jubilar dreht eine Runde auf seinem Gefährt. (Foto: Mühlbauer)

Geburtstagsfeier von Joli Haller in der Joska-Waldglashütte.

BODENMAIS Vollkommen überrascht und dann mit blitzender Freude im Gesicht stand Bürgermeister Joachim Haller in der Joska-Waldglashütte: Ein stattlicher Herr mit dunkler Jacke und auf einem heißen Zweirad sitzend, rauschte herein. Sandra Saller hatte zuvor die Glückwunschbotschaft dem Rathauschef zum 50. Geburtstag mit einem aufwertenden Präsent überbracht. Kein anderer als Pfarrvikar Janusz Kloczko war der Fahrer dieser Zündapp, einer aus dem Baujahr 1968. Diese darf nun der Bodenmaiser Bürgermeister als Geburtstaggeschenk der Moped-Freunde und weiterer Vereine sein Eigen nennen. Das war aber nur ein „Highlight“ an diesem denkwürdigen Abend, der ganz im Sinne von Joli Haller verlaufen ist, den die festliche Schar auf verschiedenste Weise würdigte und hochleben ließ.

Ja, der Bodenmaiser Bürgermeister Joachim Haller gehört nun dem Club der 50er an. „Es sind viele, die mich die letzten 50 Jahre begleitet haben“, bekannte er, als der Jubilar nach einer schier endlosen Gratulationscour und vielen Geschenken zu seinen Begrüßungsworten auf der Bühne stand. Da hatten längst schon die „BieiBlechBlosa“ schneidig aufgespielt und der urige Festsaal hatte sich mit vielen Gästen aus allen Lebensbereichen sehr gut gefüllt. Die politische Prominenz führten MdL Max Gibis und stellvertretender Landrat Helmut Plenk mit zahlreichen Kollegen aus dem Bürgermeisteramt a. Die Kirche war durch die „katholische Dreifaltigkeit“, wie es der Jubilar Joli Haller formulierte, aus Pfarrer Alexander Kohl, Pfarrvikar Janusz Kloczko und Diakon Josef Schlecht sowie der evangelischen Pfarrerin Tamara Stampka vertreten. Viele Abordnungen von Vereinen, Verbänden, Gruppen und Gremien erwiesen Bürgermeister Joachim Haller ihre Ehre. Die Familie des Jubilars gab sich bei der Feier natürlich auch ein Stelldichein. Gekommen waren selbstverständlich die Mitarbeiter aller kommunalen Einrichtungen, kurz: vertraute Menschen, mit denen Joli Haller tagtäglich zu tun hat.

„Der Stolz des Vaters ist deutlich erkennbar“, sprach Joli Haller, als die „BieiBlechBlosa“ zu den Instrumenten griffen, zumal Sohn Raphael auch Teil der fünfköpfigen bayerischen „Boy-Group“ ist, die eifrig in der Knappschaftskapelle Bodenmais musiziert. Und die war natürlich auch mit von der Partie. Schon draußen im Schneegestöber hatte das bergmännische Orchester unter der Leitung von Hans Kuchl die ersten Klänge ertönen lassen. Dort hatten auch die Böllerschützen der Arberschützen Bodenmais lautstarke Salutsalven auf den Bodenmaiser Bürgermeister abgefeuert. Im durchaus wärmeren Foyer war es doch dann angenehmer für die Musiker beim Ständchen-Spielen für den Jubilar, der schließlich selbst den Taktstock übernahm. Sie begrüßten ihn mit „Glück-Auf“ und mit diesem Bergmannsgruß hieß Joachim Haller auch seine Gäste in der Joska-Waldglashütte willkommen.

„Trinket und Esset ohne Erbarmen, es trifft keinen Armen“, meinte der Jubilar schmunzelnd, nach dem er aufrichtig gedankt hatte für alles Erlebte in den vergangenen fünf Jahrzehnten und alle, die mit ihm auf dem Weg sind und ihn begleiten. Deutlich wurde an diesem Abend, dass das Herz des Bodenmaiser Bürgermeisters für die Heimat schlägt. Die Familie Kagerbauer und das gesamte Joska-Team hatten dem Jubilar einen maßgeschneiderten Festtag mit bayerischer Küche beschert. Dazu passte die bayerisch-böhmische Blasmusik, die gesellige Gemeinschaft und die gepflegte Unterhaltung, unter der – wenn sie gar zu intensiv war – leider die Einlagen und Vorträge etwas litten. Und so maßgeschneidert wie das Rahmenprogramm, widerspiegelten diese das Leben von Joli Haller, diesen Menschen, wie er wirklich ist. Alle Eigenschaften aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. An der geschenkten Zündapp zu tüfteln, das würde durch Joli Haller sicher mit großer Leidenschaft geschehen, ist Pfarrvikar Janusz Kloczko überzeugt. Der Geistliche, der dem Jubilar freundschaftlich verbunden ist, stellte auch heraus, dass Joachim Haller seit zehn Jahren die Moped-Wallfahrten organisiert und konstatierte: „Heuer waren wir das 15te mal unterwegs“. Da war schließlich das Lied „Joli i hol di mid da Zündapp ab“, mehr als angebracht. Mit den Geschwistern Ernst, Ossi und Biggi mit den Angehörigen hatte sich dann ein „Familienchor“ zusammengetan, der gesanglich darauf hinwies. „Der Joli wird 50, der Joli wird rund, Figur war schon vorher, aber Hauptsache gsund“.

Dass sie ihn gerne in ihren Reihen wissen, sagten die heiteren Liedbeiträge der Bürgermeister-Combo. Eigentlich gehört Joli Haller selbst zu diesen musizierenden Werner Blüml (Böbrach), Walter Nirschl (Bischofsmais) und Fritz Schreder (Frauenau) dazu, aber als Trio münzten sie gesanglich auf ihren Kollegen: „Ja die Musik, die liebst du ja so sehr, die Burgamoasta schätzen das auch sehr, mit Frohsinn und guter Laune verzauberst du uns alle.“ 2. Bürgermeister Hans Sturm trat ans Mikrofon und kündigte ein Lied an: „Mit Augenzwinkern wurde es gemacht, allein für dich wurde es ausgedacht“. Den Sänger-Part hatte Markus Weiß übernommen und der Liedtext stammte aus der Feder von Marktrat Klaus Pister, einem engen Freund des Jubilars. „Joli, Joli, es ist soweit, vergiss die Jugendträume, denn du wirst 50 heut, die Zeit hinterlässt Spuren, man kann es deutlich sehn, größer wird die Wampn und locker werdn die Zähn“. Da war dann auch der Moment gekommen, als sich die Festgemeinde von den Plätzen erhob, denn in den einzelnen Strophen sprachen auch von Lebensgefühl und Leidenschaft, Humor und Melancholie. Musikalisch bis zum Ausklang waren die Bodenmaiser Hofmarkmusikanten echte Garanten für beste Unterhaltung. Noch lange wurde der Bodenmaiser Bürgermeister an seinem Geburtstagsabend gefeiert, und wie es sich nun verhält, wenn die Zahl des menschlichen Alters mit 5 anfängt, ist es für Joli Haller sicher der Gewinn (ganz) neuer Erfahrungen.


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