29.11.2018, 16:19 Uhr

Vorschläge erwünscht Strategien für eine lebendige Ortsmitte

(Foto: Mühlbauer)(Foto: Mühlbauer)

Ideenwerkstatt von 4. bis 6. Dezember.

BODENMAIS Das Anliegen ist beileibe nicht neu und schleppt der Marktgemeinderat schon geraume Zeit mit sich herum: die Belebung des Ortskerns. Schon in der letzten Sitzung des Gremiums im Jahr 2017 hatte Bürgermeister Joachim Haller „den Brennpunkt Marktplatz sowie ein Beschilderungs- und Fußwegeleitsystem“ als eine der wichtigsten Zukunftsthemen genannt. Von Dienstag bis Donnerstag, 4. bis 6. Dezember, wird nun die Ideenwerkstatt der Firma „nonconform“ in Bodenmais ihrer Zelte aufschlagen und mit Hilfe der Bevölkerung versuchen, zukunftsorientierte Strategien für eine vernetzte, lebendige Ortsmitte, „in der auch der Marktplatz wieder eine Rolle spielt“, zu entwickeln. Das Rahmenprogramm hatten die Expertinnen Elena Stoycheva und Katharina Forster bereits in der Bürgerversammlung im Oktober vorgestellt.

„Bitte (auf dem Markt) Platz nehmen!“ Das sind aktuell verheißungsvolle Worte, von denen man Mitte der 90er Jahre wenig begeistert war, als auf eine Beruhigung des Ortskerns gepocht wurde, ja es ist stiller geworden auf dem nun als Exerzierplatz wirkenden Ort vor der Pfarrkirche, wo in den 1970/1980er Jahren das Leben pulsierte, das sich nun mehr und mehr in die Bahnhofstraße verlagerte. Zu ruhig! Der Marktgemeinderat will entgegenwirken und macht sich für die Belebung des Marktplatzes stark. Fachliche Begleitung hat sich das Gremium dazu von der Firma „nonconform“ geholt, die sich in ihren deutschen und österreichischen Büros auf das breite Spektrum von Prozessbegleitung, Kulturmanagement, Markenentwicklung und –design, Stadtplanung und –entwicklung, Architektur, Kommunikation, Soziologie, Pädagogik, Moderation und Mediation spezialisiert hat. Der Marktplatz und seine Anbindnung an andere Treffpunkte und wichtige Orte sind zentrales Thema. Das Ortszentrum und die Wege dorthin stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. „Der Marktplatz von Bodenmais ist als historischer Ort reich an Geschichte, hat aber an Bedeutung als Mittelpunkt verloren, das wollen wir gemeinsam ändern“, appelliert Bürgermeister Joachim Haller.

Bereits im Vorfeld können die Vorschläge in die aufgestellten Ideenboxen eingeworfen oder auch im Onlineforum eingebracht werden. Jeder Bürger, vom Kind bis zum Pensionisten, ist eingeladen, mitzumachen. Jeder kann sich also einbringen und durch eigene Erfahrungen und Ideen zur Entwicklung des Marktplatzes und seiner Umgebung beitragen. „Der schönste gemeinsame Nenner entsteht aus Gedanken, Bedürfnissen und Ideen“, sind die Fachleute überzeugt. Drei Tage lang ist das Team von „nonconform“ auf der Suche nach Ideen, Visionen und guten Gesprächen. „Der Markt Bodenmais möchte gemeinsam mit ihnen entscheiden, wie sich der Marktplatz und seine Umgebung in Zukunft weiterentwickeln sollen“, wendet sich Bürgermeister Joachim Haller an die Bevölkerung. In Bodenmais soll eine lebendige und vernetzte Ortsmitte entstehen, wo sich alle Bewohner und Bewohnerinnen und Gäste wohlfühlen und gerne aufhalten. „Wir wollen eine gemeinsame Vision zur Umgestaltung des Marktplatzes und des anbindenden Wegesystems entwickeln so können in den nächsten Jahren zukunftsweisende Entscheidungen richtig getroffen werden“, betont der Rathauschef.

Die Bodenmaiser haben jetzt die Gelegenheit, die Zukunft dieses öffentlichen Raumes mitzugestalten. Schützenhilfe bekommt der Markt Bodenmais, voran Bürgermeister und Marktgemeinderat, auch von Pfarrer Alexander Kohl, der gelegentlich darauf angesprochen und gebeten wurde, „was zu machen, dass der Marktplatz wieder schöner wird“. Sein Aufruf zielt auch auf die Mitwirkung der Bevölkerung an der Ideenwerkstatt von „nonconform“. Der Ortsgeistliche macht deutlich: „Ich danke zwar für das große Vertrauen, das in mich gesetzt wird, aber alleine kann niemand etwas ändern, deshalb bitte ich im Namen der Pfarrei, bringen Sie Ihre Ideen ein“.

Wie läuft die Ideenwerkstatt in Bodenmais ab?

Jetzt schon – vor offiziellem Beginn – können Ideen gesammelt, Vorschläge geschrieben und aufgezeichnet werden. In öffentlichen Einrichtungen, Gastgärten und Geschäften sind ihnen die Ideenboxen und Bierdeckel bereits aufgefallen. Dort ist es möglich, die Ideen und Anregungen einzuwerfen. Das funktioniert auch online über www.treffpunkt-marktplatz.de.

Offenes Ideenbüro im Gasthof Zur Post

Das Team von „nonconform“ wird von Dienstag bis Donnerstag, 4. bis 6. Dezember, im ehemaligen Gasthof Zur Post (gegenüber der Pfarrkirche) ein offenes Büro einrichten. Am Dienstag von 15 Uhr bis 19 Uhr, am Mittwoch, von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 19 Uhr sowie am Donnerstag, von 9 Uhr bis 12 Uhr kann das „Offene Ideenbüro“ aufgesucht werden. Am Dienstag um 19 Uhr ist dort ein gemeinsamer Ideenstammtisch mit allen Interessierten, am Mittwoch um 19 Uhr, kommen bei einem gemeinsamen Suppenessen die Ideen auf den Prüfstand, am Donnerstag um 12 Uhr ist Annahmeschluss der Ideen und um 19 Uhr ist Schlusspräsentation im Pfarrzentrum, ein gemütlicher Ausklang bei Speis und Trank.

Standorte der Ideenboxen

Dorfbäckerei (Jahnstraße), Metzgerei Einsle (Bahnhofstraße), Shell-Tankstelle (Regener Straße), Avia-Tankstelle (Bahnhofstraße), Sparkasse (Marktplatz); Katholische Pfarrkirche (Marktplatz), Evangelische St. Johannis-Kirche (Am Lehen), Grund- und Mittelschule (Am Lehen), Jugendtreff „Underground“ (Bahnhofstraße), VR-Genobank (Bahnhofstraße).


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